Verbraucher : Schmutzfänger für Tierliebe

Henrik Mortsiefer

DAS TESTURTEIL 0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen

testet eine Autoschondecke Als ich das Auto gekauft habe, gab es Paula noch nicht. Zumindest nicht in meinem Leben. Wir haben uns erst kennen gelernt, als es schon zu spät war. Da war das Auto, ein Mini, schon ein paar Tage alt. Streng genommen habe ich auch nicht Paula zuerst kennen gelernt, sondern ihre Besitzerin. Die stellte mir Paula – die Mischlingshündin mit dem karamellbraunen Fell – erst später vor. Zum Zeitpunkt unseres Kennenlernens, das muss ich hier erwähnen, hatte ich ziemliche Angst vor Hunden wie Paula. Das legte sich aber, weil ich irgendwann verstand, dass ich die Hundebesitzerin ohne ihren Hund nicht bekommen würde.

Paula durfte von da an alles. Zum Beispiel in meinem neuen Auto mitfahren. Nach einigen Fahrten zu dritt musste ich feststellen, dass mein neues Auto ziemlich alt aussah. Denn Paula legte einen Großteil ihres Winterfells in meinem Wagen ab. Besser: auf den schönen, neuen Polstern. Zuerst versuchte ich, Paula auf ein altes Bettlaken zu setzen – das sofort zerriss. Dann legte ich eine alte Decke unter ihr aus – die sofort verrutschte. Das Hundefell verteilte sich weiter auf den schwarzen Sitzen.

So entschloss ich mich, das Geld, das ich bislang in den Münzstaubsaugern an der Tankstelle versenkt hatte, in eine professionelle Autoschondecke für Hunde(mit)besitzer zu investieren. Meine Wahl fiel auf die Decke „Allside“ des Herstellers Kleinmetall (bei www.zooplus.de für 42,90 Euro).

Um es vorwegzunehmen: Es war eine gute Wahl. Die Decke hat vier Haken. An jeder Längsseite zwei. Die befestigt man an den vorderen und hinteren Kopfstützen, so dass sich auf der Hinterbank eine Art Hängematte bildet, in der Paula nach dem Einstieg von vorne prima sitzen oder liegen kann. Die beiden offenen Enden lassen sich bei Bedarf mit zwei Deckenteilen per Reißverschluss schließen, um das seitliche Wageninnere zu schützen. Perfekt – wenn auch nicht wirklich schön.

Ein- und ausbauen lässt sich Allside in ein paar Minuten, selbst unter den beengten Raumverhältnissen eines Zweitürers. Paulas triefend nasses Fell, ihre schlammigen Pfoten oder der hungerbedingte Speichelfluss können meinem Auto nun nichts mehr anhaben. Die Decke ist aus einem wasserdichten, Schmutz abweisenden Stoff, der sich leicht reinigen lässt. Die Hoffnung allerdings, der Hund könne auch polsterschonend allein im Auto gelassen werden, wurde enttäuscht. Ein Satz über den Deckenrand genügt, und Paula macht es sich auf dem Fahrersitz gemütlich. Aber so viel Tierliebe muss sein. Zur Strafe nehme ich sie einmal im Monat mit zum Staubsaugen.

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