Schnäppchen : Sparplan für Deutschland

Die Karte für Schnäppchenjäger: Die 50 besten Fabrikverkäufe in Berlin-Brandenburg und im Rest der Republik.

Svenja Markert

Der Sommer steht vor der Tür, und so mancher hat an den ersten schönen Sonnentagen Lust auf eine Fahrt ins Grüne bekommen. Wer einen Wochenendtrip plant oder demnächst in den Urlaub fährt, sollte über einen Shopping-Abstecher nachdenken. Denn wer direkt beim Hersteller kauft, hat die Fahrkarte oder die Tankfüllung schnell wieder raus. Sportschuhe aus der letzten Saison, Anzüge, Schokokekse, Besteck mit leichten Mängeln – das alles gibt es im Fabrikverkauf günstiger. Wie hoch die Ersparnisse ausfallen, kommt auf das jeweilige Unternehmen an. „Der Durchschnitt liegt zwischen 30 und 50 Prozent“, sagt Florian Waldmüller vom „Schnäppchenführer“. Auf unserer Karte sind die besten 50 Adressen eingezeichnet, bei denen sich ein Einkauf lohnt – weitere Tipps gibt es in einschlägigen Ratgebern.

Bei der Schnäppchenjagd ist zu unterscheiden zwischen den klassischen Fabrikverkäufen und den Outletcentern. Das sind Einkaufszentren, bei denen unter einem Dach verschiedene Hersteller ihre Ware anbieten. Meist liegen sie im Grünen, im Einzugsbereich von großen Städten. Solche Einkaufstempel gibt es in Wustermark bei Berlin, außerhalb von Ingolstadt, in Stuhr-Brinkum bei Bremen, in Wertheim (Baden-Württemberg), in Wolfsburg und Zweibrücken (Rheinland-Pfalz). „Die Entwicklung geht hin zu Outletcentern“, sagt Waldmüller. Bis zu drei weitere seien in Deutschland schon geplant. Der Vorteil: Die Kunden finden viele Marken an einem Ort. Der Nachteil: Die Waren sind meist teurer als beim Verkauf am Produktionsstandort, da der Transport der Ware kostet und die Vermieter der Outletcenter auch verdienen wollen. Außerdem beklagen Einzelhändler, dass durch die Center die Innenstädte ausbluten.

Damit die Einkäufe auch wirklich Schnäppchen sind, gilt es, ein paar Regeln zu beachten. Es ist wichtig, die Einkaufstour zu planen. „Sinn macht ein Großeinkauf für die ganze Familie, zum Beispiel an Sportschuhen“, rät Waldmüller. Außerdem sollte man, wenn man eine Firma besucht, auch die anderen auf die Liste setzen, die in der Nähe angesiedelt sind. So entsteht kein Druck, allein deshalb einkaufen zu müssen, um die Anreise zu rechtfertigen. Auch sollte man bedenken: Wenn man Dinge kauft, die man eigentlich nicht braucht, werden viele Schnäppchen unterm Strich zum teuren Vergnügen. Bei Ware zweiter Wahl empfiehlt es sich, das Personal zu fragen, wo der Fehler steckt. Das ist auch für mögliche Reklamationen wichtig. „Grundsätzlich gelten beim Fabrikverkauf dieselben Grundsätze wie sonst auch, also zwei Jahre Gewährleistung“, erklärt Bernd Ruschinzik, Jurist bei der Verbraucherzentrale Berlin. Allerdings könne der Kunde nicht reklamieren, wenn der Mangel schon beim Kauf offensichtlich vorhanden sei. „Wenn es heißt, die Ware habe kleine Schönheitsfehler, bedeutet es aber nicht, dass man gänzlich auf das Gewährleistungsrecht verzichtet.“

Besonders in Baden-Württemberg und in Bayern ist die Dichte der Fabrikverkäufe groß. Metzingen ist wohl die bekannteste Anlaufstelle. In der schwäbischen Kleinstadt, eine halbe Autostunde von Stuttgart entfernt, ist in den letzten Jahren eine große Outlet-City entstanden. Alles begann hier mit dem Fabrikverkauf von Hugo Boss. Inzwischen haben sich mehr als 70 Marken wie Joop und Escada dazugesellt, es ist so, „dass jeder, der im Fabrikverkauf gesehen werden will, eine Verkaufstelle in Metzingen eröffnet“, sagt Waldmüller.

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