Verbraucher : Schnell rein, schnell raus

Fatina Keilani

DAS TESTURTEIL: 9 Punkte

(0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen)

Dieser Kindersitz ist weit gereist. Als er in seinem riesigen Karton bei uns eintraf, wollten wir gerade mit unseren Zwillingen (14 Monate alt) nach Jordanien fliegen. Und so steckten wir noch einen von unseren bereits erprobten Kindersitzen (das Konkurrenzprodukt „Römer King TS“) dazu und checkten die Kiste am Flughafen nach Amman ein. Auf Touren durch die Wüste nach Petra und ans Tote Meer wie auch im Stadtverkehr konnte der neue Sitz ausgiebig erprobt werden. Das Fazit vorweg: Der „Tobi“ von Maxi-Cosi ist prima.

Seine Vorteile: Die Kinder in den Sitz zu setzen und wieder herauszunehmen, geht ziemlich leicht, weil der Hosenträgergurt beim Öffnen automatisch auseinander springt und sich obendrein lockert. Das bedeutet weniger Gewurschtel mit Kind und Riemen. Auch sitzt der junge Fahrgast im „Tobi“ etwa eine Handbreit höher. Das hat gleich einen doppelten Vorteil: Mama muss sich nicht so tief bücken, und der Nachwuchs hat eine bessere Sicht aus dem Fenster. Auch sonst macht der Sitz Spaß. Es gibt ihn in poppigen Farben mit fetzigen Namen wie Hot Orange, der Bezug ist abziehbar und waschbar. Selber ausprobiert haben wir das jedoch nicht – in der Bedienungsanleitung klingt es aber wie eine größere Aktion.

Überhaupt, die Bedienungsanleitung. Wer vorher nicht schon kurzsichtig war, wird es hier – winziger druckt auch keine Versicherung ihr berüchtigtes Kleingedrucktes. Du meine Güte! Einen Teil des Textes machen auch noch Belehrungen aus, die überhaupt nichts mit dem Sitz zu tun haben: „Seien Sie ein gutes Beispiel und legen Sie immer selbst den Sicherheitsgurt an!“ Dafür gehen andere interessante Hinweise in der Textwüste unter – wie zum Beispiel der, dass eine grüne Markierung anzeigt, wenn der Gurt korrekt sitzt. Das haben wir auf unserer Reise gar nicht bemerkt.

Ein weiterer kleiner Schwachpunkt: Wenn man improvisieren muss, bewährt sich der „Tobi“ nicht ganz so gut. Ihn richtig im Auto festzukriegen, ist komplizierter als bei unserem Römer, und man braucht einen langen Drei-Punkt-Gurt. Hat man beispielsweise nur eine uralte Klapperkarre mit Zweipunktgurten zur Verfügung, wird es schwierig, den „Tobi“ zu installieren. Und: Der „Tobi“ ist mit einem Preis von 230 Euro ein ziemlich teurer Spaß. Was der Sitz wirklich wert ist, erweist sich ohnehin erst im Ernstfall, der hoffentlich niemals eintreten wird. Bis dahin: neun Punkte.

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