Verbraucher : Schneller zum Siedepunkt

Die Geräte sind praktisch und sparen Energie. Vor Metallgehäusen wird gewarnt. Einige Modelle geben Nickel ins Wasser ab

Corinna Visser

Oma hatte ihn früher immer auf dem Herd stehen. Er köchelte gemütlich vor sich hin. Für manchen ist der Teekessel auch aus der modernen Küche nicht wegzudenken. Dabei gibt es schnellere und vor allem sparsamere Methoden, Wasser zum Sieden zu bringen: Der elektrische Wasserkocher schlägt Herdplatte und Mikrowelle in beiden Kategorien um Längen. Die leistungsstärksten Kocher brauchen nicht einmal drei Minuten, um einen Liter Wasser zum Kochen zu bringen.

Die Stiftung Warentest hat 21 Wasserkocher mit verdeckter Heizwendel und Mittelkontakt (siehe Tabelle) und drei Geräte mit offener Heizwendel und Seitenkontakt getestet. Alle Geräte sind also über einen Sockel mit der Steckdose verbunden, die Kanne kann man daher ohne Kabel benutzen.

Die besten Wasserkocher im Test mit fast durchgehend „guten“ Noten sind Philips HD 4690 (99 Euro) und Siemens TW 60101 (40 Euro). Beide haben Kunststoffbehälter, der Philips ist mit Aluminium ummantelt. Preiswerter, aber rundherum „gut“ ist der Bomann WK 504 CB für 25 Euro. Alle Behälter aus Metall werden beim Kochen außen so heiß, dass Berührungen schmerzhaft sein können. Daher kommt auch der WIK 9535MT trotz schneller Kochzeit, Sparsamkeit im Energieverbrauch und guter Handhabung nicht über ein „befriedigend“ hinaus.

Bei der Handhabung gibt es bei den Geräten nur feine Unterschiede. „Gut“ fanden die Tester, wenn sich der Deckel weit öffnen lässt, dann fällt auch das Reinigen und Entkalken leichter. Nicht getestet dagegen wurde die Wasserfilter- Funktion beim Petra Electric WK und beim Kenwood WK 980. „Das saubere Leitungswasser in Deutschland macht das Filtern überflüssig“, sagt Gerhard Heilmann von der Stiftung Warentest. In früheren Tests hatte sich gezeigt, dass sich in den Filtern sogar Keime bilden können.

In den drei getesteten Geräten mit offener Heizwendel – Bomann WK 507 CB, Clatronic WK 2885 Lumina und AFK WK-1.7 N – fanden die Tester Nickel im Wasser. Bei den beiden letzten Geräten war die Nickelkonzentration sogar so hoch, dass die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung deutlich überschritten wurden. In Deutschland leiden rund 15 Prozent der Bevölkerung an Nickelallergie. Auch das Trinken von nickelbelastetem Wasser kann allergische Reaktionen auslösen. „Nickel gehört nicht in Lebensmittel“, sagt Heilmann von Warentest. Die Hersteller Bomann und Clatronic haben Warentest angekündigt, künftig Heizwendel aus Stahl zu verwenden.

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