SCHNURLOSE TELEFONE IM TEST : Mobil zu Hause

Die meisten Geräte schneiden passabel ab - gute Qualität gibt es schon ab 40 Euro. Doch bei der Technik haben die Hersteller noch viel nachzuholen.

Yasmin El-Sharif
schnurlose telefone
Dauerquatschen. Mit den meisten Schnurlostelefonen kann man stundenlang telefonieren, ohne das der Akku aufgibt. -Foto: Fotex

Telefone sollen heute nicht einfach nur gut funktionieren, sondern auch ansprechend aussehen und zusätzlich noch einige Extras mitbringen. Doch schaut man sich die Auswahl an schnurlosen Telefonen in Fachgeschäften an, scheint die Zeit bei einigen Herstellern stehen geblieben zu sein: Insbesondere billige Geräte enttäuschen mit schlecht lesbaren Displays, geringem Kontrast und wenigen zusätzlichen Funktionen. Das ergab ein aktueller Test der Stiftung Warentest von 18 schnurlosen Telefonen zwischen 39 Euro bis 130 Euro. 13 von ihnen haben einen integrierten Anrufbeantworter.

Das Ergebnis des Tests: Insgesamt acht Geräte schnitten mit einem „Gut“ ab. Der überwiegende Rest landete im Mittelfeld. Ein Telefon fiel sogar ganz durch: Das Modell Dect von Audioline hatte ein außerordentlich schlecht zu lesendes Display, einen vergleichsweise hohen Stromverbrauch, zudem fielen zwei Geräte des Herstellers im Test aus. Klares Urteil der Tester: „mangelhaft“.

„Im Vergleich mit Tests von vor einigen Jahren hat sich sehr wenig getan“, sagt Peter Knaak von der Stiftung Warentest. „Das, was die Geräte bieten, ist überhaupt nicht der Stand der heutigen Technik.“ So gebe es allein schon bei der Funktechnik noch zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten. „Zwar halten alle Hersteller die zulässigen Grenzwerte für die Strahlung bei weitem ein“, erklärt Knaak, „aber noch vor wenigen Jahren gab es einen Standard, der viel niedrigere Werte vorsah“. Eine dem Stand der Technik und nicht nur dem Gesetzgeber entsprechende Funktechnik haben nur acht der 18 geprüften Schnurlostelefone, was meist als „eco“, „strahlungsreduziert im Standby“ oder „Mobilteil strahlungsreduziert im Umkreis der Basis“ beworben wird. Das AEG Fame 405, das Hagenuk Stick SR und das Siemens Gigaset AS150 verringern die Sendeleistung des Mobilteils, wenn es in der Nähe der Basisstation benutzt wird. Mit voller Strahlung senden sie nur, wenn es nötig wird, etwa bei großer Entfernung zur Basisstation.

Richtig abschalten kann die Basisstation im Standby aber – wenn überhaupt – nur beim Betrieb mit einem einzigen Mobilteil. Hier ist die Werbeaussage des Hagenuk Stick SR etwas übertrieben. Versprochen wird „Dauerhaft strahlungsreduziert – auch beim Betrieb mit mehreren Mobilteilen“. Das Hagenuk zählt zwar zu den Geräten mit besonders geringer Sendeleistung, doch die „Nulldiät“, also das komplette Abschalten der Basis im Standby, gelingt auch diesem Hagenuk nicht.

Andere Werbeaussagen wie „Großtastentelefon für Senioren“ oder „Zielgruppe 50 Plus“ sollen ältere Nutzer ansprechen. „Seniorentauglich zu sein gelingt den Herstellern aber nur selten“, sagt Knaak. Wer ein Telefon mit einem gut ablesbaren Display, mit einer großen Tastatur, mit selbst erklärenden Funktionen und vielleicht auch mit einer Notruffunktion sucht, wird womöglich mit dem AEG Fame 405, dem Siemens Gigaset E365 und dem T-Com Sinus 200 das richtige Gerät finden, meint Tester Knaak. Diese kosten jedoch zwischen 69 Euro bis 130 Euro. Eine gute und günstige Alternative ist das Modell Oslo 580 von Audioline: Es hat große, gut angeordnete Tasten und ist mit 40 Euro das zweitgünstigste Gerät im Test. Yasmin El-Sharif

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