SCHOKOLADE IM TEST Lidl und Aldi vor Milka : Zeit für Hamsterkäufe

Die meisten Marken sind gut, aber die Preise steigen

Yasmin El-Sharif

Preisbewusste Schokofans sollten sich schnell einen Vorrat anlegen. Denn bald wird Schokolade teurer – und zwar spürbar. Ursache dafür ist, dass die Preise für Milch, Kakao und Haselnüsse in den vergangenen Monaten stark gestiegen sind. „Das bedeutet, dass sich die Schokolade nach und nach bis spätestens Ostern verteuern wird“, sagt Torben Erbrath, Sprecher des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie. Diese Erhöhungen würden sich in manchen Fällen deutlich auswirken.

Derzeit ist Schokolade zum Teil aber noch richtig günstig – und dazu noch gut. Das ergab ein Test der Stiftung Warentest, in dem 20 Sorten Milchschokolade untersucht wurden. Milchschokolade darf sich laut Kakaoverordnung nur die Schokolade nennen, die einen Gesamtkakaoanteil von mindestens 25 Prozent hat. Dazu zählt aber auch Kakaobutter, weshalb der Gehalt an fettfreier Kakaomasse meist weit darunter liegt.

Das Ergebnis des Tests: Elf Produkte erhielten das Gesamturteil „Gut“, zwei fielen durch, der Rest war Mittelmaß. Gleich vier Discountermarken schafften es unter die besten fünf. Mit knappem Vorsprung führt die Fairglobe-Schokolade von Lidl diese Gruppe an. Die 100-Gramm-Tafel ist mit 1,19 Euro zwar eine der teureren im Test, das liegt aber daran, das sie ein „Fairtrade“-Produkt ist. Damit verpflichtet sich der Hersteller zu Mindeststandards wie angemessenen Preisen für die verwendeten Rohstoffe und menschenwürdigen Arbeitsbedingungen im Kakaoanbau.

Dicht hinter dem Testsieger folgen schon sehr viel günstigere Schokoladenmarken. Moser-Roth von Aldi, Fin Carré von Lidl und Marken-Discount von Netto kosten zwischen 35 und 68 Cent je 100 Gramm und schmecken auch gut.

Ob die Schokolade cremig oder knackig-fest sein soll – darüber lässt sich unter Schokofans streiten. Im Test sind Moser-Roth, Alpia und die zwei Lindt-Schokoladen zartschmelzend. Die beiden Lindt-Produkte sind mit 1,50 Euro und 1,95 Euro aber die teuersten im Test.

Wer knackige Schokolade liebt, sollte zu Ritter Sport oder Trumpf Schogetten greifen. Die Schogetten haben allerdings einen Fehler. „Sie erzeugen ein pulvriges Gefühl im Mund, das an feinen Sand erinnert“, schreiben die Tester. Dasselbe trifft auf die Schokoladen von Kaufland, Plus und auf die Sarotti-Bio-Vollmilchschokolade zu.

Eines der beiden Schlusslichter ist die Bioschokolade von Gepa. Mit mehr als 43 Prozent hat sie den höchsten Fettanteil, was sich im Geschmack widerspiegelte. Die Prüfer nahmen sie als sehr fettig wahr und stellten auch eine deutliche Fremdnote fest. Das war „mangelhaft“. Die Analyse im Labor ergab zudem: Konservierungsstoffe waren von der Verpackung in die Schokolade übergegangen.

Auch mangelhaft war die Sorte Van D’Or von Penny. Der Hinweis auf der Verpackung „kann Spuren von Nüssen enthalten“ ist irreführend. Die Untersuchung ergab einen Nussanteil von fast sechs Prozent. Der hätte als Zutat ausgewiesen sein müssen. Denn für Allergiker ist der fehlende Hinweis eine echte Gefahr.

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