Schule : Nachhilfe: Was sie bringt, was sie kostet

Eine Fünf in Deutsch, eine Vier in Latein – wenn Leistungen in der Schule schlechter werden, hilft meist nur eines: Büffeln. Wenn es sein muss, auch nachmittags.

Von insgesamt etwa 9,4 Millionen Schülern in Deutschland nehmen rund 1,13 Millionen Nachhilfeunterricht, vor allem in Mathematik, Englisch und Deutsch. Bis zu 1,2 Milliarden Euro werden jährlich für Nachhilfe ausgegeben. Dies geht aus einem Gutachten hervor, das vom Bundesministerium für Bildung Anfang dieses Jahres veröffentlicht wurde.

In ganz Deutschland gibt es rund 3000 Nachhilfeinstitute – dies fand die Stiftung Warentest 2006 heraus. Die bekanntesten in Deutschland sind nach wie vor der zum Bildungskonzern Cornelsen gehörende Studienkreis und die Schülerhilfe. Zusätzlich gibt es viele privat organisierte Nachhilfelehrer und Vermittlungsagenturen. Die Gelben Seiten online zeigen für Berlin insgesamt 77 Treffer für Nachhilfe an.

Institute: Wer überlegt, sein Kind zur Nachhilfe anzumelden, sollte sich das ausgewählte Institut genau ansehen. „Achten Sie auf gute Beratung, Flexibilität und Erfahrung“, empfiehlt Cornelia Sussieck, Vorsitzende des Bundesverbandes Nachhilfe- und Nachmittagsschulen (VNN), der deutschlandweit mehr als 2000 Institute vertritt. Es sei empfehlenswert, die Nachhilfestelle vor der ersten Unterrichtsstunde zu besuchen und mit dem Inhaber oder einem pädagogischen Berater zu sprechen, sagt die Expertin. Wenn möglich, solle man sich sogar vom Institut durchgeführte Kundenbefragungen zeigen lassen. Bei vielen Anbietern kann man zudem Probestunden nehmen.

Privatlehrer: Sie sind die Alternative zu großen Nachhilfeschulen. Mit Privatlehrern können die Unterrichtsstunden oft individueller abgesprochen werden als mit großen Instituten, zudem sind sie oft günstiger. Und: „Bei uns gibt es keine Vertragsbindung“, sagt Stefan Scholz von der Privatlehrer-Vermittlung Galileo.

Vertrag: Große Institute wie etwa die Schülerhilfe oder der Studienkreis haben meist eine Mindestvertragslaufzeit von einem halben Jahr. Ein solcher Vertrag sollte erst dann abgeschlossen werden, wenn die Probestunden zufrieden stellend waren und das Leistungsvermögen des Schülers eingehend analysiert wurde. Die Kündigungsfrist für einen Vertrag mit dem Institut sollte nicht mehr als drei Monate betragen, empfiehlt der VNN. tja

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