Verbraucher : Selten porentief

Die Werbung verspricht schnelle Besserung. Doch die Wirkung der Präparate ist individuell verschieden

Corinna Visser

Glaubt man der Werbung, dürfte es diese unansehnlichen Dinge eigentlich gar nicht mehr geben: Nimmt man nur die richtigen Präparate, heißt es da, dann wird die Haut „sichtbar reiner“, die Zahl der Mitesser und Pickel „wird wirksam reduziert“. Die Realität sieht traurigerweise meist anders aus. Das ergab auch die Untersuchung der Stiftung Warentest. 30 weibliche und männliche Jugendliche testeten Anti-Pickel-Mittel am eigenen Leib. Ergebnis: Nur dreimal gab es das Gesamturteil „gut“.

Getestet wurden Stifte, Gele und Pflästerchen, die man in Drogerien und Apotheken kaufen kann und die nicht der Vorbeugung dienen, sondern Abhilfe bei Pickeln und Mitessern versprechen. Testsieger wurde der Anti-Pickel-Stift von Garnier. Als das billigste „gute“ Produkt im Test erwies sich die Pickel-Creme Clearasil Akut. Sie kostet umgerechnet 20 Cent pro Milliliter. Der Verbrauch kann allerdings beim selben Produkt sehr unterschiedlich sein. Deshalb seien die Kosten kaum zu vergleichen, heißt es bei der Stiftung Warentest. Relativ teuer wird demnach die Behandlung von unreinen Hautpartien mit Pflastern. Zwar kostet ein Pflaster beim günstigsten mit „gut“ bewerteten Produkt von Rossmann nur fünf Cent. Aber jede Nacht auf fünf Pickel angewendet, ist eine Packung mit 36 Stück für zwei Euro in einer Woche aufgebraucht.

Die Ergebnisse in der Tabelle sind Durchschnittsnoten. Denn wie bei allen Kosmetika zeigte sich: Die Wirkungen können beim Anwender individuell sehr verschieden sein. Beispiel Pickel- Creme Clearasil Akut: Die meisten Tester bestätigten, dass ihre Pickel damit schneller als unbehandelt verschwanden. Sechs sahen allerdings keinen Unterschied. Auch beim Testsieger von Garnier gingen die Bewertungen auseinander.

Am Ende zeigten sich die Jugendlichen recht zufrieden. Selten aber waren sie richtig begeistert. Wunder bewirken die Mittel nicht, in der Regel beschleunigen sie die Heilung um ein paar Tage. Immerhin: 70 Prozent der Tester gaben an, dass sie den Testsieger gern wieder benutzen würden. Ein beruhigendes Ergebnis hatte der Test auf jeden Fall: Die Mittel führten extrem selten zu Rötungen, Reizungen oder Brennen.

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