Verbraucher : Selten sanft gebettet

Ob Schaumstoff, Wasserkern oder Latex – warum keine der getesteten Matratzen völlig überzeugen konnte

Dagmar Rosenfeld

Wie man sich bettet, so liegt man. Eine alte Weisheit, die auch bei der Stiftung Warentest bekannt ist. Die hat jetzt sieben Matratzen – von Latex bis Federkern – auf Strapazierfähigkeit und Liegekomfort getestet. Das Ergebnis: „Keine der Matratzen konnte völlig überzeugen“, sagt Testleiter Hans-Peter Brix. Eine weitere Erkenntnis: Teuer bedeutet nicht automatisch auch gut. Während die „Premium Wasserbetten Softsleep“-Matratze, mit 875 Euro die teuerste Testunterlage, nur mit „ausreichend“ bewertet wurde, bekam die „Breckle Wellness Star“ für 149 Euro ein „befriedigend“. Ein gut oder sehr gut haben die Warentester für keine Matratze vergeben.

Den Härtetest haben allerdings alle Schlafunterlagen bestanden. „Wir haben zehn Jahre langes, nächtliches Hin- und Herwälzen im Bett simuliert“, erklärt Brix. Dazu haben die Tester die Matratze mit einer Holzwalze von 140 Kilogramm Gewicht und 30000 Zyklen quer zur Liegerichtung malträtiert. Vor und nach dem Walztest ist geprüft worden, ob die Matratze unter dem Körperschwerpunkt zu stark nachgibt. Denn wer sich nachts ohne Mühe auf der Matratze drehen und bewegen kann, der entlastet seine Bandscheibe. „Umgibt die Matratze den Körper jedoch zu stark oder bildet sich gar eine Kuhle, dann ist der gesunde Schlaf in Gefahr“, sagt Brix.

Untersucht haben Brix und sein Team auch, ob die Matratze sich so verformt, dass sie den Körper ergonomisch abstützt und eine entspannte Haltung zulässt. Nicht so gut kam bei dieser biomechanischen Prüfung die Schaumstoffmatratze „Binninger Schlafcomfort Silverstar“ (Preis: 630 Euro) weg. „Diese Matratze ist sehr weich und weist von allen sieben getesteten Matratzen die größte Kontaktfläche zum Schlafenden auf“, sagt Brix.

Erfreulich gut sei aber das Gesamtergebnis bei den Prüfpunkten Druck auf einzelne Körperstellen und Mikroklima. Selbst bei der preislich günstigsten Matratze „Breckle Wellness Star“ wird die Feuchtigkeit gut abtransportiert, so dass die Temperatur beim Liegen angenehm ist.

Bedenklich ist, dass die Tester bei einigen Matratzen chemische Ausrüstungsstoffe gemessen haben, die von den Herstellern aber nicht ausgewiesen worden sind. Bei der „Breckle Wellness Star“ wurden Spuren des Bakterienkillers Triclosan und des Insektizides Permethrin gefunden. „Die haben in einer Matratze nichts verloren“, sagt Brix. Genau wie der Flammenhemmer TDCPP im Material der „f.a.n. ProVita Thermomed II“.

Das Test-Fazit: Die Werbung wird immer schriller, die Produkte aber nicht unbedingt besser. Entscheidend ist letztlich ohnehin, ob man sich auf der Matratze wohl fühlt und der Preis stimmt.

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