Sicherheit : Datenschützer raten zu teueren Kartenlesegeräten

KOSTEN

Der neue Personalausweis wird deutlich teurer als der alte. 28,80 Euro kostet das Dokument. Wer unter 24 ist, erhält den Ausweis zum ermäßigten Preis von 22,80 Euro. Jugendliche zwischen 16 und 18, die den Ausweis zum ersten Mal beantragen, zahlen gar nichts.

EXTRA-KOSTEN

Mit dem neuen Personalausweis soll es möglich sein, online oder an Automaten Verträge abzuschließen und sich im Internet oder an Automaten auszuweisen. Diese Funktionen muss der Nutzer freischalten lassen. Den elektronischen Identitätsnachweis für Online-Angebote zu aktivieren, kostet bei der Ausgabe oder bei der Vollendung des 16. Lebensjahres zunächst nichts; sechs Euro, wenn die Funktion nachträglich beantragt wird. Die sogenannte qualifizierte elektronische Signatur (QES) bieten spezielle Firmen an, die Preise schwanken je nach Anbieter. Unter der Adresse www.tagesspiegel.de/signaturen steht eine Liste der Bundesnetzagentur.

PANNENHILFE

Wer seine Ausweis-Pin einmal vergisst, kann sie im Bürgeramt ändern lassen. Kostenfaktor: sechs Euro. Sollte der Ausweis gestohlen werden oder verloren gehen, lässt sich die digitale Funktion telefonisch unter 0180/1333333 (3,9 Cent pro Minute) mittels eines Sperrkennworts abschalten. Man kann die Sperrung aber auch persönlich beim Bürgeramt beantragen, dort muss man seinen Namen, Geburtsdatum und Sperrkennwort nennen.

ALTE AUSWEISE

Der bisherige Ausweis bleibt bis zum Ablaufdatum weiter gültig. Bürger, die vorzeitig nachrüsten möchten, können den neuen Ausweis ab dem 1. November beantragen.

SICHERHEIT

Computerexperten wie der Chaos Computer Club raten, sich bis Ende Oktober einen alten Ausweis zu besorgen. Ab Ausstellungsdatum gilt dieser für zehn Jahre. Wer lieber den neuen Ausweis möchte oder es zeitlich nicht mehr schafft, kann die Möglichkeiten der digitalen Identität einschränken. Die elektronische Signatur und der Identitätsnachweis fürs Internet sind ein Zusatz, nicht Pflicht. Auch Fingerabdrücke können freiwillig abgegeben werden.



LESEGERÄTE

Um den Personalausweis mit dem Computer zu verbinden, braucht der Besitzer ein Lesegerät, ganz ähnlich wie bei Kreditkarten.

Zum Start des neuen Ausweis verteilen Ämter und ausgewählte Computerzeitschriften diese Geräte kostenlos. Die Lesegeräten unterscheiden sich bei der Ausstattung. Die billigste Basisvariante hat keine eigene Tastatur. Der Nutzer gibt seine Pin am Computer ein, wo sie von Schadsoftware ausgespäht werden könnte. Sicherheitsexperten raten daher, zu aufwändigen Varianten zu greifen. Diese gibt es ab 50 Euro. Aber auch diese Geräte können Probleme machen. Kürzlich gab es zum Beispiel Berichte über ein gehacktes Gerät von Kobil. hoe

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