Spartipps : So finden Sie den Richtigen

Den optimalen Tarif beim Surfen und Telefonieren für alle gibt es nicht. Daher lohnt sich eine genaue Analyse der eigenen Bedürfnisse.

Corinna Visser

Telefonieren und surfen ist in den vergangenen Jahren deutlich billiger geworden. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es immer mehr konkurrierende Anbieter gibt. Das Problem ist nur: Mit der Vielzahl der Angebote ist der Markt sehr unübersichtlich geworden, und den günstigsten Anbieter für alle, den gibt es nicht.

WIE WÄHLT MAN AUS?

Um herauszufinden, ob man bei einem Anbieterwechsel tatsächlich sparen kann, sollte man das eigene Telefonierverhalten genau analysieren. Dabei hilft ein Einzelverbindungsnachweis, den jeder Kunde von seinem Anbieter verlangen kann – allerdings nicht rückwirkend. Prüfen sollte man dann, wohin man üblicherweise telefoniert (ins eigene Ortsnetz, in andere deutsche Städte, ins Ausland), wie lange und wann (Hauptzeit, Nebenzeit). Wer zusätzlich das Internet nutzt, sollte sich klar machen, dass für die Abfrage der E-Mails und für das Surfen eine andere Verbindung nötig ist, als für das Hoch- und Herunterladen größerer Datenmengen (Musik und Filme).

Im Internet bieten viele – auch unabhängige – Anbieter Tarifrechner an. Wer keinen Anschluss hat, sollte Freunde um Hilfe bitten oder sich im Internetcafé informieren. Kundenberater erhalten dagegen in der Regel Provisionen und richten ihre Empfehlungen danach aus.



WER KANN SPAREN?

„Im Prinzip kann jeder sparen“, sagt Thorsten Neuhetzki vom Internetportal Teltarif. Wer sehr wenig telefoniert, keinen Internetanschluss braucht und im Prinzip zu Hause einfach nur erreichbar sein will, für den bietet die Deutsche Telekom immer noch den günstigsten Festnetzanschluss (T-Net Standard für 16,37 Euro im Monat). Bei den Gesprächen kann man dann sparen, indem man vor jedem Telefonat die jeweils günstigste Billigvorwahl (Call-by-Call) nutzt. „Vor allem bei Anrufen zum Handy und ins Ausland lassen sich so 50 bis 80 Prozent sparen“, sagt der Experte von Teltarif. Wer über eine Festnetznummer erreichbar sein will, auf einen Festnetzanschluss selbst aber verzichten kann, spart mit dem Mobilfunkangebot Genion S-Card von O2 sogar die Grundgebühr. Gespräche ins deutsche Festnetz kosten dann von Zuhause aus drei Cent, unterwegs und in die Mobilfunknetze 19 Cent. Anrufer zahlen aber nur den günstigen Festnetzpreis. Allerdings gibt es dann keine Basis mehr für einen Internetanschluss.

FLATRATE ODER NICHT?

Für Familien und Vieltelefonierer lohnt sich häufig eine Flatrate. Dabei zahlt man jeden Monat einen Pauschalpreis und kann dafür so lange telefonieren, wie man mag. Flatrates gibt es für Anrufe ins Festnetz, in die Mobilfunknetze, für das Internet oder auch als Doppelflatrate für Telefon und Internet. Bei der Telekom gibt es einen Anschluss plus Flatrate ins deutsche Telekom-Netz ab 29,95 Euro im Monat. Der Aufpreis zum einfachen Anschluss beträgt also 13,58 Euro. Unter der Annahme, dass eine Minute Call-by-Call im Schnitt zwei Cent kostet, lohnt sich die Flatrate also, wenn man monatlich mehr als elf Stunden in der Hauptzeit oder 22 Stunden in der Nebenzeit telefoniert. „Für Familien ist das also sehr interessant“, sagt Neuhetzki. Dabei ist es jedoch wichtig vorher zu prüfen, ob die Gespräche, die in der Familie hauptsächlich geführt werden, auch wirklich von der Flatrate abgedeckt sind.



WANN LOHNEN SICH PAKETE?

Selbst für Wenigtelefonierer lohnt sich eine Flatrate dann, wenn sie neben dem Telefonanschluss auch einen Zugang ins Internet brauchen. Eine solche Doppelflatrate gibt es bei Freenet schon für 24,90 Euro im Monat. Der Aufpreis zu einem Standardanschluss der Telekom beträgt also nur 8,53 Euro. Eine Bandbreite von zwei Megabit reicht dabei für all diejenigen aus, die nur surfen oder ihre E-Mails abfragen wollen. „Wer allerdings Filme aus dem Netz herunterladen oder Daten tauschen will, für den wird das schnell zu langweilig, weil es zu lange dauert“, sagt Neuhetzki. Da ein Vertrag in der Regel über zwei Jahre läuft und die Anforderungen an die Bandbreite im Internet kontinuierlich steigen, sollte man ein wenig in die Zukunft denken und eher eine größere als eine kleinere Bandbreite wählen, meint der Experte. Grundsätzlich sind kurze Vertragslaufzeiten kundenfreundlicher, weil man schneller auf Änderungen – zum Beispiel sinkende Preise – reagieren kann. Alice, mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen zum Monatsende sticht hier positiv hervor. „Bei den Preisen ist nicht mehr so viel Luft, aber es gibt noch Bewegung“, sagt der Teltarif-Experte. Der Vorteil von Paketangeboten ist: Man bekommt nur noch eine Rechnung. Der Nachteil: Wenn es mit dem neuen Anbieter Probleme gibt, kann man nicht ausweichen.

WAS PASSIERT MIT DER NUMMER?

Grundsätzlich hat der Kunde einen Anspruch darauf, seine Telefonnummer bei einem Anbieterwechsel mitzunehmen. Doch die so genannte Rufnummernportierung ist nicht immer kostenfrei – bei der Telekom kostet das 6,92 Euro. Zudem bieten nicht alle Mobilfunkanbieter die Möglichkeit, die eigene Nummer mitzubringen. Vor allem bei den Prepaidangeboten (zum Beispiel Aldi talk, Fonic oder Smobil) geht das nicht.

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