Statistisches Bundesamt : Verbraucherpreise leicht gesunken

Gute und schlechte Nachrichten bei den Verbraucherpreisen: Pauschalreisen wurden billiger - teurer wurde Energie und vor allem Lebensmittel. Die Tatsache, dass die Inflation in Deutschland auf die niedrigste Rate seit acht Monaten gesunken ist, tröstet daher nur wenige.

WiesbadenDer Preisanstieg in Deutschland hat sich im April etwas abgeschwächt. Die Inflationsrate betrug im vergangenen Monat 2,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im März waren die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr noch um 3,1 Prozent gestiegen. Auch im Euroraum sank die Inflationsrate im April nach Angaben der Europäischen Statistikbehörde Eurostat auf 3,3 Prozent nach 3,6 Prozent im Vormonat.

Günstig wirkten sich dem Statistischen Bundesamt zufolge zwei Faktoren aus: Pauschalreisen waren ganze 7,4 Prozent billiger als noch vor einem Jahr, Hotels und andere Unterkünfte kosteten 0,4 Prozent weniger als im April 2007. Hintergrund ist nach Angaben der Wiesbadener Statistiker allerdings ein sogenannter Kalendereffekt: Ostern lag dieses Jahr außerordentlich früh - schon im März. Die teuren Ostertage lagen damit nicht, wie im vergangenen Jahr, im April. Hinzu kommt, dass die Einführung von Studiengebühren in vielen Bundesländern vor einem Jahr sich nun nicht mehr drastisch auf die Jahresteuerung auswirkt. Sie hatten zu der bislang hohen Inflation deutlich beigetragen.

Heizen und essen weiter teuer

Teurer wurde hingegen erneut Energie: Ohne den Anstieg beim Ölpreis und dadurch bei Mineralölprodukten hätte die Jahresinflation bei nur 1,7 Prozent gelegen, wie das Statistische Bundesamt erklärte. Superbenzin kostete im April allerdings 5,8 Prozent mehr, Diesel sogar 17,2 Prozent. Noch stärker verteuerte sich leichtes Heizöl, das im vergangenen Monat 38,9 Prozent mehr kostete als noch ein Jahr zuvor. Strom, Gas und Heizwärme wurden zwischen 3,4 und 7,3 Prozent teurer.

Deutlich teurer waren im April den Statistikern zufolge auch weiterhin Lebensmittel. Für sie mussten Verbraucher im Schnitt 7,1 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor. Wie bereits in den Vormonaten kosteten besonders Molkereiprodukte und Eier mit plus 24 Prozent wieder deutlich mehr. Im einzelnen verteuerten sich Quark um etwa 47,2 Prozent und Vollmilch um 31,0 Prozent. Die Preise für Speisefette und -öle kletterten um 16,7 Prozent, jene für Obst um 9,7 Prozent, für Brot und andere Getreideerzeugnisse um 8,8 Prozent. Um 5,2 Prozent billiger indes war Gemüse. (ck/AFP)

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