Steuererklärung : Arbeitszimmer vom Steuerzahler

In den letzten Wochen des Jahres lassen sich mit gezielten Ausgaben noch Steuern sparen.

Andreas Menn
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Jedes ist anders: Bundeskanzlerin Angela Merkel (mit Russlands Ministerpräsident Putin), Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (mit...dpa

Noch denken die wenigsten an ihre Steuererklärung für 2009. Doch wer Steuern sparen will, sollte sich Gedanken machen, bevor das Jahr zu Ende ist. Das gilt vor allem für diejenigen, die in diesem Jahr gut verdient haben. Wir sagen Ihnen, wie Sie mit gezielten Ausgaben jetzt noch Ihre Steuerlast für das laufende Jahr mindern können.

AUF VORRAT EINKAUFEN

Schreibblöcke, Druckerpatronen, Briefmarken – die Ausgaben für derlei Arbeitsmittel können sich im Laufe eines Jahres beträchtlich summieren. Wer sie von der Steuer absetzen kann, wie zum Beispiel Freiberufler, der sollte zum Jahresende auf Vorrat einkaufen und die Ausgaben schon für dieses Jahr von der Steuer absetzen, rät Wolfgang Wawro, Präsident des Steuerberaterverbands Berlin-Brandenburg. Allerdings: Die Anschaffung von Wirtschaftsgütern, deren Wert zwischen 150 und 1000 Euro liegt, müssen über fünf Jahre hinweg abgeschrieben werden.

REPARATUREN DURCHFÜHREN

Wenn wichtige Reparaturen anstehen, sollten Sie noch in diesem Jahr den Handwerker kommen lassen, falls Sie für 2009 Steuern sparen möchten. Denn die Kosten sowohl für Wartungen von Haushaltsgeräten als auch für Schönheitsreparaturen im Haus können zu 20 Prozent von der Steuer abgesetzt werden. Die Obergrenze liegt bei 1200 Euro. Wenn der Höchstbetrag bereits erreicht ist, sollten Sie Reparaturen dagegen ins nächste Jahr verschieben. Aber Vorsicht: Nur die Lohn-, Fahrt- und Maschinenkosten mit der darauf entfallenden Mehrwertsteuer sind steuerabzugsfähig, nicht aber die Materialkosten. Lassen Sie sich darum eine detaillierte Rechnung ausstellen, auf der alle Positionen einzeln aufgeführt sind.

ERTRÄGE MINDERN

Selbständige, die hohe Gewinne zu versteuern haben, können ihren Kunden die Rechnung erst im nächsten Jahr schicken und damit in diesem Jahr Steuern sparen. Umgekehrt können sie Ausgaben wie zum Beispiel ihre Büromiete für den Januar schon Ende Dezember tätigen, das senkt ebenfalls den Gewinn.

GESUNDHEITSKOSTEN VORZIEHEN

Steuerzahler können Kosten für ärztliche Behandlungen, Kuren, Massagen, Zahnimplantate oder eine neue Brille, die die Krankenkasse nicht erstattet, als außergewöhnliche Belastungen steuermindernd ansetzen. Voraussetzung ist, dass der im Gesamtjahr aufgelaufene Betrag für die zumutbare Eigenbelastung eine bestimmte Grenze übersteigt. Berechnungskriterien dafür sind die Einkommenshöhe, der Familienstand und die Anzahl der Kinder. Es kann sich lohnen, einen teuren Behandlungstermin beim Zahnarzt noch für dieses Jahr zu vereinbaren, um den Grenzbetrag zu überschreiten.

INVESTITIONSABZUGSBETRAG NUTZEN

Betriebsinhaber, die bestimmte Vermögens- und Gewinngrenzen nicht überschreiten, können in diesem Jahr Steuern sparen, indem sie voraussichtliche Kosten für zukünftige Investitionen schon jetzt als Abzugsbetrag teilweise von der Steuer abziehen. Plant ein Freiberufler zum Beispiel in bis zu drei Jahren die Anschaffung einer Büroeinrichtung für 5000 Euro, dann kann er in diesem Jahr 40 Prozent davon, also 2000 Euro, als Investitionsabzugsbetrag von der Steuer abziehen. Beim Kauf kann der Betrag dann nicht mehr als Betriebsausgabe angerechnet werden. Es handelt sich also um eine Verschiebung der Steuerlast in die Zukunft. Wer schon heute weiß, dass seine Einnahmen in den nächsten Jahren sinken, kann mit der Investitionsrücklage sogar Steuern sparen, weil die geringeren Einnahmen dann ja auch einem geringeren Steuersatz unterliegen. Kommt die geplante Anschaffung nicht zustande, wird der Steuerbescheid rückwirkend für das Jahr der Geltendmachung des Investitionsabzugsbetrags geändert. Die Steuernachforderung wird mit sechs Prozent pro Jahr verzinst.

BAHNCARD KAUFEN

Wenn Sie den Kauf einer Bahncard erwägen, sollten Sie noch in diesem Jahr zuschlagen. Laut einem Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg können die Ausgaben für eine Bahncard auch dann komplett als Werbungskosten angerechnet werden, wenn der Kauf erst zum Ende des Jahres erfolgt. Voraussetzung ist, dass sich damit Kosten für berufliche Reisen und Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz mindestens um den Kaufpreis der Bahncard verringern.

STEUERKLASSE ÄNDERN

Für Ehepartner, die beide werktätig sind, kann sich der Wechsel der Steuerklasse lohnen. Verdienen beide ungefähr brutto dasselbe, empfiehlt sich die Steuerklasse IV für beide. Eine grobe Regel besagt: Bringt der Mann 60 Prozent oder mehr des gemeinsamen Bruttoarbeitslohns nach Hause, dann lohnt es sich, wenn er in die Steuerklasse III wechselt und sie in die schlechtere Klasse V. Bemerkbar macht sich der Wechsel bei Lohnersatzleistungen wie dem Elterngeld, die wesentlich höher ausfallen, wenn sie auf Grundlage der Steuerklasse III bewertet werden. Ein Wechsel für 2009 ist noch bis zum 30. November bei der Gemeindeverwaltung gegen Vorlage der Lohnsteuerkarten und Personalausweise beider Ehepartner möglich. Ob sich der Wechsel lohnt, verrät der Steuerklassen-Wahl-Rechner des Bayerischen Landesamts für Steuern (www.finanzamt.bayern.de).

BETREUUNGSKOSTEN ABRECHNEN

Eltern, die berufstätig sind – auch mit einem Teilzeit- oder Minijob –, können Kosten für die Betreuung von Kindern unter 14 Jahren von der Steuer absetzen. Zu den Kinderbetreuungskosten zählen Ausgaben für den Kindergarten, für eine Tagesmutter, für Babysitter oder das Internat. Zwei Drittel der Kosten können steuermindernd geltend gemacht werden, maximal 4000 Euro. Sammeln Sie jetzt noch Rechnungen, mit denen Sie Zahlungen belegen können.

GELD SPENDEN

Steuern sparen und Gutes dabei tun: Wer Geld an eine gemeinnützige Organisation spendet, kann die Spende absetzen. Anerkannt werden alle Zuwendungen bis maximal 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte des Steuerzahlers. Für Spenden über 200 Euro wird eine Spendenquittung verlangt; bei Kleinspenden reicht ein Überweisungsbeleg, der den Hinweis auf die anerkannte Gemeinnützigkeit des Zahlungsempfängers enthält.

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