Verbraucher : Steuersparmodelle laufen aus

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Jetzt wird es ernst: Was Bundesfinanzminister Hans Eichel bereits im Frühling geplant hatte, dürfte mit einiger Verzögerung nun doch auf die Anleger zukommen: Steuern sparen mit Medien, Schiffs-, Windkraftfonds und anderen geschlossenen Beteiligungsmodellen wird bald nicht mehr möglich sein. In diesem Punkt sind sich Union und SPD einig: Steuersparende Verlustzuweisungen aus solchen geschlossenen Fonds soll es künftig nicht mehr geben.

DAS PRINZIP

Bisher gilt: Verlustzuweisungen aus Steuersparmodellen können mit anderen Einnahmen verrechnet werden. Ein Anleger mit Spitzensteuersatz, der 50 000 Euro in einen Windkraftfonds steckt und eine Verlustzuweisung von 100 Prozent bekommt, erhält dafür unterm Strich vom Fiskus rund 22000 Euro erstattet. Künftig sollen die Verluste aus solchen Steuersparfonds nur noch mit Gewinnen aus eben diesen Fonds verrechnet werden können – nicht mehr mit anderen Einnahmen, etwa dem Gehalt. Eichel hatte den Anlegern eine Frist bis zum 4. Mai gesetzt, bis zu der sie sich letztmalig an diesen Fonds beteiligen können sollten. Doch die angestrebte Gesetzesreform scheiterte, vorerst ist alles beim Alten geblieben.

DER PLAN

Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben: „Am 31. Dezember ist wahrscheinlich Schluss mit den Steuersparfonds“, glaubt Thomas Zenner, Leiter der Privatkundenabteilung bei der Berliner Weberbank. Dennoch warnt Zenner Anleger davor, jetzt noch auf die Schnelle solche Beteiligungen zu kaufen, bloß um Steuern zu sparen. „Das hat keinen Sinn“, sagt der Anlageexperte. Statt auf die Steuern sollten die Kunden lieber auf die Nachsteuerrendite achten. Denn was bringt es, Steuern zu sparen, wenn das Investment schlecht war und später komplett wertlos wird?

DIE ALTERNATIVEN

Auch nach dem Ende der Steuersparfonds gibt es noch genügend Möglichkeiten, sein Kapital steuersparend anzulegen, sagt Zenner. So kann man Beteiligungen im Ausland kaufen und von den Doppelbesteuerungsabkommen profitieren. Wer sich etwa an einem geschlossenen Immobilienfonds in den USA oder Großbritannien beteiligt, kann die Vorzüge dieses Abkommens nutzen. Aber: Anlagen im Ausland unterliegen Währungsschwankungen, und es gibt regionale Marktrisiken. Steuersparende Geldanlagen findet man aber auch in Deutschland. Beispielsweise weisen Zertifikate oder Private-Equity-Fonds unter bestimmten Bedingungen steuerfreie Anteile auf. Auch Kursgewinne von Aktien bleiben steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. „Steuerfreie Kursgewinne gehören zu den einfachsten Wegen, Steuern zu sparen“, rät Thomas Zenner. hej

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