Stiftung Warentest : Kaum "echte Schnäppchen" bei Billigfliegern

Nur drei von elf Fluggesellschaften konnten im Vergleich der Stiftung Warentest tatsächlich mit günstigen Preisen aufwarten. Dafür sparen die Airlines am Service und teuer wird es für alle, die ihren Flug nicht antreten können.

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Stiftung Warentest: Nur drei von elf Fluggesellschaften bieten echte Schnäppchen. -Foto: ddp

BerlinBei den großen Billigfliegern in Deutschland gibt es nach Angaben der Stiftung Warentest erhebliche Preisunterschiede. "Echte Schnäppchen" hätten in einem Vergleich ausgewählter Strecken nur Ryanair, Easyjet und Germanwings geboten, teilte die Stiftung mit. Andere Airlines verlangten deutlich mehr für ihre Tickets, wobei Air Berlin und Condor für Service jeweils die beste Teilnote "gut" erhielten. Kritisch beurteilten die Prüfer, dass Geld für nicht angetretene Flüge teils nicht zurückgezahlt wird. Wenn auch Steuern und Gebühren einbehalten werden, sei dies rechtswidrig. Umbuchungen oder Ticket-Übertragungen auf andere Reisende seien oft teuer.

Beim Preisniveau und der Preisverfügbarkeit bekamen die irische Ryanair und die britische Easyjet die beste Teilnote "sehr gut", wie es in der August-Ausgabe der Zeitschrift "test" heißt. Dabei habe der Durchschnittspreis inklusive Steuern, Gebühren und Zuschlägen für einen Hin- und Rückflug mit Ryanair bei 101 Euro und mit Easyjet bei 116 Euro gelegen. Es folgt die zum Lufthansa-Verbund zählende Germanwings mit der Teilnote "gut" und 158 Euro Durchschnittspreis. Für den Test wurden zwischen Februar und Juni je sechs Flüge gebucht. Ziele waren London, Madrid, Palma de Mallorca, Paris und Rom sowie innerdeutsche Flüge nach Berlin.

Bewertet wurden auch die Reisebedingungen. Für die Regelungen beim Stornieren bekamen die preisgünstigsten Billigflieger die Bewertung "mangelhaft". Verbraucherfreundlich seien hierbei nur Condor und British Airways. Auf sonst übliche Gesamtbeurteilungen mit "test"-Qualitätsurteilen verzichtete die Stiftung bei ihrer Untersuchung. Grund sei, dass jeder Fluggast selbst entscheide, welche Variante er bevorzuge: Billige Tickets ohne viel Service oder guten Service zu durchschnittlich mindestens doppelt so hohen Preisen. Positiv sei, dass bei allen Airlines inzwischen nicht nur per Kreditkarte mit Extragebühr gezahlt werden könne, sondern auch kostenlos etwa per Bankeinzug. (mit dpa)

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