Stromanbieter : Die Preisfrage

Strom wird wieder teurer. Beim Wechsel des Anbieters sollte man aber nicht nur auf die Kosten, sondern auch auf den Service achten.

Daniel Gratzla
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Immer teurer. Die Preise steigen. Wer jetzt zu einem neuen Anbieter geht, sollte darauf achten, dass das Unternehmen eine...Foto: dpa

Geteilte Welt: Während sich Gaskunden über Preissenkungen freuen können, wird der Strom teurer. Einige Versorger haben ihre Preise bereits zum 1. Oktober erhöht, andere werden folgen. Tendenz: „Die Strompreise werden in nächster Zeit eher noch weiter steigen“, sagt Isabel Wendorff vom Online-Vergleichsportal Check24. Check24 hat im Auftrag des Tagesspiegels errechnet, bei welchen Anbietern Berliner ihren Strom besonders gut günstig bekommen. Berücksichtigt wurde jeweils der billigste Tarif, den die einzelnen Unternehmen anbieten.

DER SERVICE

Der Preis sollte jedoch nur ein Kriterium für die Wahl des Versorgers sein. Denn was bringen Billigangebote, wenn man sich später stundenlang mit Telefonhotlines herumschlägt oder in eine der Fallen stolpert, die das Kleingedruckte im Vertrag bereithält? Die Stiftung Warentest hat untersucht, wie verbraucherfreundlich die Tarifbedingungen der Stromanbieter sind und wie kompetent sie ihre Kunden beraten (test 10/2009). Gute Noten bekommen vor allem die Ökostromanbieter. Die kosten zwar häufig etwas mehr. Den kleinen Aufpreis zahlt der Kunde aber nicht nur für sein gutes Gewissen, sondern auch für besseren Service: Sieben von zehn getesteten bundesweiten Ökotarifen bekamen ein „gut“, drei waren befriedigend. Bei den konventionellen Tarifen reichte die Spanne von sehr gut bis mangelhaft. In die Bewertung gingen Laufzeiten, Kündigungsfristen, Zahlungsmodalitäten, Preisgarantien und Service ein.

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DIE FALLEN



So gibt es die preisgünstigen Verträge oft nur mit einer Mindestlaufzeit von einem Jahr. Einige verlängern sich automatisch um ein weiteres Jahr, wenn sie nicht rechtzeitig gekündigt werden. Zudem erschweren Kündigungsfristen von acht Wochen den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter. Ein Sonderkündigungsrecht gewähren alle 16 getesteten Anbieter im Falle einer Preiserhöhung. Dann heißt es allerdings schnell handeln: Zumeist hat man nur zwei bis drei Wochen Zeit, lediglich energieGut und Greenpeace Energy geben sechs Wochen Zeit. Bei einer gewöhnlichen Kündigung sollte man dagegen die Formalitäten dem neuen Anbieter überlassen. Auf dem Antragsformular kann dem Neuen in der Regel eine Vollmacht erteilt werden.

DER MARKTFÜHRER

Der Berliner Marktführer Vattenfall bekam insgesamt gute Noten. Für Berliner Kunden ist der Preis allerdings nur bis Ende des Jahres garantiert, während er im bundesweiten Tarif für zwölf Monate unverändert bleibt. „Wir raten zu einer Preisgarantie von mindestens sechs Monaten“, sagt Isabel Wendorff von Check24.

DIE PROBLEME

Bei fast allen Anbietern bemängelten die Warentester, dass sie Preisanpassungen nicht in gebührendem Maße weitergeben oder das Kündigungsrecht in einem solchen Fall zu kurz ist. Vorsicht ist auch bei der Zahlungsweise geboten: „Tarife mit Vorkasse oder Sonderabschlägen sind zwar oft günstiger, doch wenn es Ärger gibt, läuft man dem Geld mitunter lange hinterher“, berichten die Verbraucherschützer. Kunden von Flexstrom und TelDaFax hätten erst nach Androhen rechtlicher Schritte ihr Geld zurückbekommen. Aufpassen sollte man auch bei Strompaketen. Hier kauft man eine bestimmte Menge Strom. Wer weniger verbraucht, bekommt keinen Ersatz. Wer mehr verbraucht, muss zuzahlen. Beim Service gab es Abzüge, wenn Kommunikation und Rechnungsversand ausschließlich online abliefen.

DIE BERATUNG

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