Sushi im Test : Biss aus der Box

Die japanischen Reishäppchen gibt es inzwischen im Kühlregal oder als Tiefkühlprodukt. Die Qualitätsunterschiede sind erheblich.

Aline Klett
Sushi
Frisch zubereitet schmeckt Sushi am besten. Doch auch die Röllchen aus dem Kühlregal oder der Tiefkühltruhe müssen nicht schlecht...ddp

Fastfood steht in der Kritik kalorienreich und vitaminarm zu sein. Doch das „schnelle Essen“ der Japaner ist genau das Gegenteil. Denn Sushi ist alles andere als kalorienreich und steckt voller gesunder Nährstoffe. Neben Restaurants und Sushi-Bars führen inzwischen auch Supermärkte die kleinen kohlenhydratarmen Reishäppchen kombiniert mit Gemüse und rohem Fisch. Was frisch und lecker aussieht, hält aber trotzdem nicht jeder Qualitätsprüfung stand, wie die Stiftung Warentest festgestellt hat. Die Prüfer untersuchten elf klassische Sushi- Sets: vier aus der Tiefkühltruhe und sieben aus dem Kühlregal in Supermärkten und Restaurantketten.

Das Ergebnis: Sushi aus dem Restaurant sieht am appetitlichsten aus und schmeckt auch am besten. Sushi wurde hier sorgfältig hergerichtet, schmeckte frisch und aromatisch. Allerdings hat der kleine Happen im Restaurant seinen Preis: Die mit einem „gut“ bewerteten Sushi von Sushi Factory kosten 4,35 Euro (100 Gramm), bei Sushi Circle 3,35 Euro. „Gute“, aber tiefgekühlte Produkte von Josushi gab es schon für 2,40 Euro je 100 Gramm.

Besonders wichtig beim Test war die Frische des Fischs. Er durfte auf keinen Fall riechen. Aber auch der leicht säuerliche Reis musste klebrig und körnig sein, so dass er locker im Mund zerfiel. Minuspunkte gab es, wenn er zu weich war oder beim Tunken in die Sojasoße zerfiel. „Der häufigste Mangel bei der Ware war, dass das Sushi nicht mehr frisch, das heißt fischig und leicht bitter schmeckte“, sagt Nicole Merbach von der Stiftung Warentest. „Gurken hatten auch schon mal an Knackigkeit verloren.“ Am deutlichsten erkennbar war das beim Aussehen. „Das Auge isst schließlich mit“, sagt die Testerin. Ein Vergnügen war der Verzehr der Sushi allerdings nicht in jedem Fall. So sah das Set „Tsunami Sushi Bars Tray 200“ mit der Gesamtnote „ausreichend“ nicht gerade einladend aus. Auch Geruch und Geschmack entsprachen nicht den Standards der Tester. Zudem wurde hier bei der Schadstoffprüfung ein erhöhter Gehalt an Quecksilber in der Buttermakrele ermittelt, die fälschlicherweise als Butterfisch bezeichnet wurde.

Neben den sensorischen Eigenschaften spielte beim Test auch die mikrobiologische Qualität eine Rolle. Denn roher Fisch ist besonders anfällig für Keimbefall, der in großen Mengen gesundheitlich bedenklich sein kann. Von Hand hergestellte Sushi-Sets aus dem Supermarkt und Restaurants sind deswegen meist nur vier Tage haltbar. Im Vergleich mit den anderen Testprodukten war die „Tsunami-Box“ aus dem Kühlregal besonders stark mit Keimen befallen. In diesem Punkt vergaben die Tester ein „mangelhaft“. Positiv hervor tat sich dagegen die „Netto/ Taste of Tokyo Sushi 8 Box“. Sie erreichte hierbei ein „sehr gut“.

Tiefkühl-Sushis schnitten besser ab. „Ihr Vorteil gegenüber der frischen Ware ist, dass keine Keime gefunden wurden“, sagt Merbach. Alle vier untersuchten Boxen wurden mit einem „sehr gut“ bewertet. Durch die industrielle Fertigung haben Keime weniger Chancen sich anzusiedeln, als bei von Hand hergestellten.

Im Gesamturteil bei der Tiefkühlware standen die Sushi-Boxen von Josushi und Costa aus der Kühltruhe mit einer „guten“ Bewertung am besten da. Trotz des geringen Keimbefalls mussten hier aber Abstriche gemacht werden. „In Bezug auf die sensorischen Eigenschaften konnten Tiefkühlprodukte nicht mit den Produkten der Restaurantketten mithalten“, sagt Merbach. So war die Fischauflage vereinzelt verrutscht. Fehler in der Konsistenz und im Geschmack schmälerten das Ergebnis. Der Lachs bei „10 Sushi“ von Marco Polo Foods sah leicht zerfasert aus, schmeckte fischig und wies Gefrierbrand auf, der sich durch trockene Stellen und weiße Verfärbungen zeigte. Dieser Mangel, der den Geschmack beeinflusst, kann durch eine undichte Verpackung oder stark wechselnde Lagertemperaturen entstehen. Da sich beim Hersteller Marco Polo Foods in allen getesteten Sets solche Stellen fanden, blieb hier nur die Gesamtnote „mangelhaft“.

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