Telekommunikation : Bundesnetzagentur deckelt DSL-Preise

Die Telekom bekommt künftig weniger Geld für die Nutzung ihrer Leitungen durch die Konkurrenz. Damit dürfen die Kunden auf günstigere Telefon- und DSL-Preise hoffen.

Verbraucher können auf weiter sinkende Preise fürs Telefonieren und das Surfen mit schnellem DSL-Internet hoffen. Die zuständige Bundesnetzagentur senkte die Gebühren, die Konkurrenten für die Nutzung der Leitungen der Telekom bezahlen müssen. Wenn ein Konkurrent nur schnelles DSL-Internet anbietet, die Telefonleitung aber bei der Telekom bleibt, werden künftig 1,91 Euro pro Monat fällig statt bisher 2,31 Euro. Schon im März hatte die Behörde die monatlichen Gebühren für Telekom-Konkurrenten abgesenkt, die Telefon und Internet anbieten.

Die Netzagentur teilte mit, sie habe auch die Gebühren gesenkt, die Anbieter der Telekom zahlen müssen, wenn ein Kunde zu ihnen wechselt. So sinkt die Gebühr zur Einrichtung eines Neu-Anschlusses, wenn Arbeiten eines Technikers nötig sind, von 69,78 Euro auf 63,10 Euro. Auch bei Übernahme eines Telekom-Anschlusses ohne technische Arbeiten sinken die Gebühren.

Konkurrenz zufrieden

Die Telekom-Konkurrenten-Verbände Breko und VATM begrüßten die Entscheidung. "Unsere Erwartungen wurden nicht ganz erfüllt, aber das Signal ist erfreulich", erklärte Breko-Geschäftsführer Rainer Lüddemann. VATM-Geschäftsführer Jürgen Rützner sprach von einem "positiven Impuls". Allerdings lägen die Gebühren im europäischen Vergleich immer noch um rund 50 Prozent zu hoch.

Die festgesetzten Preise sind interessant für alle Verbraucher, die sich für einen anderen Telefon- oder Internet-Anbieter als die Telekom interessieren. Für die Preise der Konkurrenten wie Arcor, Alice, Freenet oder Versatel sind die Gebühren, die sie an die Telekom entrichten müssen, entscheidend. Derzeit gibt es bei Telefon- und DSL-Anschlüssen einen harten Preiskampf. Erst Anfang Juni hatten die meisten Anbieter ihre wichtigsten Tarife gesenkt. (mit AFP)

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