Testen : Trekkingräder im Test: Nicht belastbar

Viele Räder machen nach mehr als 10 000 Kilometern schlapp. Nur drei können überzeugen.

Hoher Preis, gleich gute Qualität? Fehlanzeige. Auch bei Fahrrädern kann man sich auf diese Annahme offenbar keineswegs verlassen. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest von 15 Trekkingrädern. Zwischen 900 und 1270 Euro kosteten die getesteten Drahtesel, doch viele von ihnen patzten trotz ihres stolzen Preises. Fünf Räder erhielten schließlich nur ein „ausreichendes“ Gesamturteil, eins fiel sogar ganz durch.

Die Mängelliste nach einem simulierten Dauertest war entsprechend lang: Vier gebrochene Lenker, einer davon schon nach 5000 Kilometern, eine gebrochene Gabel nach 14 000 Kilometern, ein Vorbauanriss nach 15 500 Kilometern und ein Rahmenanriss nach 15 600 Kilometern. Hinzu kamen unsichere Bremsen an den Modellen von Diamant, Giant und Stevens. Die Bremswirkung bei nassen Bremsbelägen war hier recht gering, während die Bremsen mit trockenen Belägen „zu heftig zubissen“, wie die Tester erläutern. In der Sicherheitsprüfung bekamen diese Modelle daher nur ein „Ausreichend“. Weil beim Fahrrad von Simplon bereits nach 5000 Kilometern der Lenker brach, landete es mit einem mangelhaften Urteil auf dem letzten Platz. Dieses Rad war zudem das teuerste im Test.

Lediglich drei der 15 Räder aus der Untersuchung werden von den Testern empfohlen. So waren bei Kalkhoff, KTM und Staiger neben den Fahreigenschaften auch die Bremsen gut. Aber selbst sie überstanden den Dauertest nicht völlig schadlos. Die Prüfer notierten nach einiger Zeit Defekte an Glocken, Schutzblech und Gepäckträger. Für ein sehr gutes Urteil reichte das nicht mehr aus.

Das Hercules-Rad verpasste die Gesamtnote „gut“ wegen eines unangenehmen Fehlers. Die Fahrstabilität dieses Fahrrads nimmt laut Stiftung Warentest beim Bergabfahren trotz der starken Modellbezeichnung rapide ab, das Fahrrad neige „zum Flattern“. Bei einer Beladung mit rund acht Kilogramm auf dem Gepäckträger verstärkte sich dieser Effekt nochmals deutlich. Das 1000 Euro teure Rad von der VSF-Fahrradmanufaktur kam bergab sogar stark ins Flattern, sodass es in diesem Prüfpunkt „mangelhaft“ abschnitt.

Der hohe Preis für die Trekkingräder kommt durch hochwertigere, leichtere Bauteile zustande, die das Gesamtgewicht des Fahrrads reduzieren, heißt es bei Herstellern und Händlern. Wer sein Rad täglich Treppen runter- und rauftragen muss, weiß tatsächlich zu schätzen, wenn es nur 13 statt 18 Kilogramm wiegt. In dieser Spanne bewegen sich die geprüften Modelle. Den Leichtgewichten fehlen allerdings meist die Federgabel und die gefederte Sattelstütze. Gewicht wird hier demnach vor allem durch Weglassen eingespart.

Ansonsten sind die Trekkingräder, die auch als gemäßigte Geländeräder bezeichnet werden können, mit Schutzblech, Gepäckträgern, Lichtanlagen, Glocken und Reflektoren gut ausgestattet. Bei den Lichtanlagen allerdings – alle mit Nabendynamo und Standlicht hinten – können die Halogen- und LED-Frontscheinwerfer oft nicht überzeugen. Die Tester kritisieren die zu geringe und ungleichmäßige Ausleuchtung der Fahrbahn. ysh

Komisch, aber von allen Getränken achte ich bei Wein am meisten auf Outfit und Etikett – und bei Milch. So fiel mir bei Kaiser’s neulich die Hemme-Milch ins Auge. Davon kannte ich schon den Biojoghurt im Pfandplastikglas: lecker! Jetzt also dieser Öko-Schlauchbeutel. Öko? Ja, die kleine Privatmolkerei aus dem Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in der brandenburgischen Uckermark hat sich da was Besonderes ausgedacht: Die flexible Milchtüte besteht zu 40 Prozent aus natürlicher Kreide, also aus Caliumcarbonat. Verbunden mit recycelbarem Kunststoff entsteht so eine sehr leichte Verpackung, wird der Konsument per Tütentext aufgeklärt. Die Verpackung wiege nur 16 Gramm, und damit werde bei der Produktion vergleichsweise wenig Energie und Wasser verbraucht. Und es gibt weniger Verpackungsmüll.

Klingt gut. Das Ding steht jedenfalls sicher im Kühlfach, man braucht keinen Plastikkübel wie bei anderen Tüten, damit sie Halt hat. Der aufgepustete Griff ist lustig anzufassen, fast so wie die Luftblasen in den Kunststoffverpackungen. Die Lasche lässt sich einfach abreißen. Dann muss man aber etwas üben, um die „tagesfrische Vollmilch mit mindestens 3,5 Prozent Fettgehalt, pasteurisiert“ ohne zu viel Druck einzugießen. Für den letzten Rest muss man unten quetschen.

Aber wie gut sie schmeckt! Dafür zahle ich gern knapp einen Euro für den Literpack statt bei der Billigpreisschlacht der Supermarktketten mitzumachen. Die Hemme-Milch ist eine ganz normale Vollmilch, keine neue länger haltbare Euro- und auch keine H-Milch - aber sie hält länger als das Verfallsdatum verspricht, weil von oben keine Luft rankommt. Für mich steht fest: Diese Milch macht’s!

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