Tourismusbörse : ITB - Auf gepackten Koffern

Die Internationale Tourismusbörse in Berlin beginnt. Viele haben schon Probleme bei der Anreise, denn die Arbeitskämpfe an den deutschen Flughäfen behindern auch die ITB.

Daniel Rhee-Piening
Flugzeuge
Reisen mit dem Flugzeug werden durch Streiks erschwert. -Foto: dpa

BerlinDie Internationale Tourismusbörse (ITB) ist am Dienstag in Berlin eröffnet worden. 11 147 Aussteller aus 186 Ländern und Regionen präsentieren bis Sonntag ihr touristisches Angebot. Damit verzeichnet die ITB in diesem Jahr einen neuen Ausstellerrekord.

Während auf der Messe Mobilität das zentrale Thema ist, setzte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Dienstag ganz andere Signale – und erschwert damit den Besuchern nicht nur die Anreise zur ITB. Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) soll laut Verdi ein Arbeitskampf beginnen, auch an den deutschen Flughäfen plant die Gewerkschaft Warnstreiks.

Die Gewerkschaft will am heutigenMittwoch mehrere Flughäfen bestreiken. Das teilte sie in Berlin am Dienstag mit. „Auch die Beschäftigten an den Flughäfen sind empört über das Minusangebot“, sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske. Sie hätten die Arbeitgeber durchschaut und seien nicht bereit, ein Tarifergebnis aus der eigenen Tasche vorzufinanzieren. Mit den Warnstreiks solle der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden. Die Beschäftigten an mehreren deutschen Flughäfen sind dazu aufgerufen, gemeinsam mit den Arbeitnehmern in Krankenhäusern, Kindertagesstätten, den Verwaltungen, dem Nahverkehr und der Müllabfuhr vorübergehend die Arbeit niederzulegen. Die Gewerkschaft fordert acht Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro im Monat für die 1,3 Millionen Beschäftigten. Diese Woche steht die fünfte Verhandlungsrunde an.

Ein Sprecher der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport, bestätigte dem Tagesspiegel: „Die Anzeichen für eine Arbeitniederlegung in den frühen Morgenstunden des Mittwochs verdichten sich.“ Vor allem die operativen Bereiche auf dem Flugfeld könnten betroffen sein. Dadurch werde es zu Verspätungen und möglicherweise auch zum Ausfall von Flügen – auch nach Berlin – kommen. Fraport hoffe jedoch, dass sich die Lage im Laufe des späten Vormittags wieder normalisieren werde. Im übrigen sei er auch selbst betroffen, so der Sprecher. Er werde nicht wie geplant zu ITB reisen, in Frankfurt am Main gebe es am Mittwoch voraussichtlich sehr viel Arbeit.

Beim Münchener Flughafen hat man vorsorglich einen Notdienst organisiert. „Das heißt, die Feuerwehr muss gegebenenfalls löschen können, und wenn ein Passagier einen Kreislaufkollaps erleidet, müssen Ärzte bereit stehen“, sagte ein Sprecher. Im übrigen habe man Informationen über einen angedrohten Warnstreik auch nur aus der Presse. „Bei uns hat Verdi noch keinen Warnstreik angekündigt“, sagte der Sprecher. Auch nach Angaben des Flughafenverbandes ADV gibt es für solche Fälle Notpläne. „Wir werden alles dafür tun, dass die Auswirkungen auf Passagiere so gering wie möglich bleiben“, sagte ADV-Sprecher Leif Erichsen.

Ungeachtet dieser Erschwernisse sind die Veranstalter der ITB zuversichtlich. Man habe für den Fall der Fälle Vorsorge getroffen, sagte eine Sprecherin. So gibt es auf der Web-Seite einen News-Ticker mit Informationen. Die Messe sei in Berlin zudem mit der S-Bahn und per kostenlosem Bus-Shuttle zu erreichen. Sichergestellt sei auch, dass es Shuttles von den Hotels zum Messegelände geben werde. Bei Streik an den Flughäfen habe man keine Einflussmöglichkeiten, aber für Spekulationen darüber sei es noch zu früh, sagte die Sprecherin.

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