Verbraucher : Turnen bei der Polizei

Wer in Berlin Sport treiben will, kann zwischen vielen Angeboten wählen. Ein Überblick

Stefan Jacobs

Es mag ein Verdienst der Werbung sein, dass vielen Leuten beim Thema Sport zuerst das Fitnesscenter einfällt. Dabei gibt es jede Menge Alternativen, die nur nicht ganz so laut auf sich aufmerksam machen. Müssen sie auch nicht, denn bei den meisten Angeboten steht der Sport im Vordergrund und nicht das Geld.

SPORTVEREINE

Anlaufstelle Nummer eins sind die rund 2000 Sportvereine, die unter dem Dach des Berliner Landessportbundes organisiert sind. Ihr Angebot ist mit etwa 130 Sportarten fast unüberschaubar und reicht von Aerobic über Minigolf bis zum Zehnkampf. Allen Vereinen gemein ist, dass sie nicht gewinnorientiert arbeiten und von ihren Mitgliedern bestimmt werden. Damit sind sie oftmals nicht nur billiger als kommerzielle Fitnesscenter, sondern auch persönlicher. 539 000 Berliner wissen das zu schätzen und sind Mitglieder in gemeinnützigen Sportvereinen. Einige Vereine haben mehrere Tausend Mitglieder und sind stadtweit aktiv. Dazu gehören beispielsweise der Post-SV (der neuerdings „Pro Sport Berlin 24“ heißt) und der Polizeisportverein, der – auch wenn der Name nicht danach klingt – jedem offen steht.

In den Sportvereinen üblich sind reguläre Mitgliedschaften, die meist zum Jahresende gekündigt werden können, bei Jugendlichen auch kurzfristiger. Wer prüfen mag, bevor er sich bindet, kann Schnupperkurse belegen. Und wer sich gar nicht binden will, kann für manches Angebot auch eine Kurs- oder Sammelkarte kaufen.

Versichert ist man in jedem Fall, wobei für Verletzungen aber zunächst die eigene Krankenversicherung aufkommen muss. Bei besonders schweren Unfällen oder Fehlern des Übungsleiters springt wiederum die Versicherung des Landessportbundes ein.

BETRIEBSSPORT

Glücklich ist, wer gar nicht erst suchen muss, weil sein Arbeitgeber sich eine der rund 300 Berliner Betriebssportgemeinschaften leistet, in denen auch Familienmitglieder und Ehemalige für wenig Geld trainieren können. Genaueres wissen Arbeitgeber und Kollegen.

UNISPORT

Bei den Hochschulen sind Angebot und Nachfrage gleichermaßen riesig. Die rund 2000 Veranstaltungen pro Semester richten sich zwar formal in erster Linie an Studenten und Uni-Mitarbeiter, stehen in aller Regel aber jedem offen. Gebucht wird meist nur per Internet. Obwohl externe Teilnehmer etwas mehr bezahlen, sind sie bei weniger aufwändigen Sportarten schon für rund zehn Euro pro Monat dabei und fahren damit genauso preiswert wie bei den Vereinen. Nur versichern müssen sie sich selbst.

VOLKSHOCHSCHULEN

Wem es beim Sport vor allem um Gesundheit geht, der kann im Programm der Volkshochschulen nach Rückentrainings oder Aqua-Fitness suchen. Auch Kampfsportarten sind im Angebot und die Preise ähnlich wie in den Vereinen.

LAUFTREFFS

Wer lieber allein trainiert und sich nur hin und wieder mit anderen messen will, hat als Läufer die größten Chancen: Praktisch an jedem Wochenende kann man sich gegen Gebühr bei einem Vereinslauf einklinken oder bei Lauftreffs mitmachen.

www.lsb-berlin.net,

www.sport-berlin.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben