Verbraucherschutz : Fleisch ist gefährlichstes Lebensmittel in Deutschland

Verdorbene Fleischprodukte sorgen in Deutschland immer wieder für Schlagzeilen. Aber Verbraucherschützer kritisieren auch die mangelnde Hygiene bei anderen Lebensmitteln: Fast jeder vierte der über 562.000 überprüften Lebensmittelbetriebe fiel bei den Kontrollen auf.

Berlin2007 war das Jahr des Gammelfleischskandals. Das schlägt sich auch im Jahresbericht des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nieder, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. "Fast jede sechste beanstandete Probe war verdorben oder enthielt krankheitserregende Keime", stellt der Bericht fest. Zehn Prozent wiesen Verunreinigungen durch Rückstände wie Pflanzenschutzmittel auf. Auch Fette und Öle wurden mit rund elf Prozent sowie Eis und Desserts mit rund neun Prozent häufig bemängelt.

Trotz intensiver behördlicher Kontrollen fehlt es nach Angaben der Verbraucherschützer in zahlreichen Lebensmittel-Betrieben weiterhin an der nötigen Hygiene. Rund 18 Prozent der von den Bundesländern überprüften Betriebe verstießen 2007 gegen die Hygienebestimmungen.

Mogelpackungen und fehlende Mindesthaltbarkeitsdaten

Sechs Prozent hätten ihre Produkte mangelhaft gekennzeichnet oder irreführend beworben oder verpackt, sagte der Leiter des Bundesamtes, Helmut Tschiersky-Schöneburg. Wie im Vorjahr fiel fast jeder vierte überprüfte Betrieb durch eine Beanstandung auf. Trotzdem seien die Lebensmittel in Deutschland sicher. Die Auswahl der Kontrollen falle bereits auf Betriebe und Lebensmittel mit einem erhöhten Risiko für Verbraucher wie die Hersteller von Hackfleisch oder Säuglingsnahrung. Aus der Zahl der Beanstandungen könne deswegen nicht auf die generelle Sicherheit der Lebensmittel in Deutschland geschlossen werden.

Die Untersuchungsbehörden der Länder nahmen im vergangenen Jahr 402.463 Proben. Davon wurden wie im Vorjahr etwa 15 Prozent beanstandet. Etwa die Hälfte davon ging auf falsche und irreführende Kennzeichnungen wie fehlende Haltbarkeitsdaten oder Mogelpackungen zurück, die eine größere Füllmenge vortäuschten. (lwi/dpa/ddp)

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