Verkehr : BP-Chef: Benzin wird wieder teurer

So billig war Benzin schon lange nicht mehr. Der Grund: die Wirtschaftskrise. Doch der Vorstandsvorsitzende der Deutschen BP, Uwe Franke, glaubt, dass der Treibstoffpreis seinen absoluten Tiefstand erreicht hat. Künftig wird der Preis für Treibstoff eher wieder steigen.

BerlinDer Vorstandsvorsitzende der Deutschen BP AG, Uwe Franke, rechnet damit, dass Benzin wieder teurer wird. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Öl noch viel billiger wird. Der Boden ist wohl erreicht. Deshalb wird  Benzin wohl eher teurer als billiger", sagte Franke dem "Tagesspiegel". Im Sommer hatten Autofahrer für einen Liter Diesel und Superbenzin mehr als 1,60 Euro gezahlt. Ende vergangener Woche verkauften Tankstellen in einigen deutschen Städten einen Liter Diesel für weniger als einen Euro. Der Rohölpreis sei derzeit auf einem "künstlich niedrigen Niveau". Derzeit drücke zwar die Wirtschaftskrise den Bedarf. "Andererseits geben die Autofahrer wegen der niedrigen Preise ihre Zurückhaltung auf", befand Franke. Der Manager erwartet allerdings, dass die Krise deutliche Spuren hinterlassen wird. "Die Krise wird tiefer, als viele glauben."

Franke zeigte sich skeptisch, ob die erwarteten Förderkürzungen durch das Ölkartell Opec tatsächlich den Preis treiben werden. Kürzungen gebe es bereits, aber nicht alle Opec-Mitglieder hielten sich daran. "An der Förderdisziplin der Opec-Staaten entscheidet sich, ob der Ölpreis wirklich steigen wird", sagte er.

Der BP-Chef wehrte sich zugleich gegen den Vorwurf, die Mineralölkonzern erhöhten regelmäßig vor Urlaubszeit die Spritpreise. "In den Köpfen vieler Menschen stecke dieses tiefe Vorurteil, und die Politiker pflegen es: Die bösen und gierigen Ölgesellschaften sind schuld am hohen Benzinpreis. Sie verschweigen aber, dass der Finanzminister ungefähr zwanzigmal so viel verdient wie alle deutschen Ölfirmen zusammen", sagte Franke. Sein Unternehmen habe den Fall beim Rohölpreis von 147 Doller je Barrel im Juli auf aktuell rund 45 Dollar "komplett" an  seine Kunden weitergegeben. "Der Finanzminister hingegen hat die Steuer nicht gesenkt - und trotzdem zeigt er mit dem Finger auf uns", sagte Franke. Der Steueranteil an einem Liter Benzin beträgt in Deutschland 86 Cent. (Tsp)

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