Verpackungsgrößen : Verbraucherschützer warnen vor Mogelpackungen

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat vor Mogelpackungen durch die Freigabe von Verpackungsgrößen gewarnt. Von Samstag an sind für die meisten Produkte in Deutschland fast alle Verpackungsgrößen erlaubt - ausgenommen sind Wein und Spirituosen.

Berlin"Das ist eine der für die Verbraucher überflüssigsten Neuregelungen der zurückliegenden Jahre", teilte Verbandsvorstand Gerd Billen am Dienstag in Berlin mit. Unübersichtlichkeit und Chaos im Supermarkt seien die mögliche Folge.

Der Einzelhandelsverband und das Wirtschaftsministerium hingegen begrüßten die Änderung. Sie sorge für mehr Wettbewerb sowie Freiheit für Händler und Kunden. Nach Ansicht der Verbraucherzentralen schützten feste Verpackungsgrößen die Kunden bislang vor Fehlkäufen. Hersteller könnten die neuen Regeln für versteckte Preiserhöhungen nutzen, so die Befürchtung des Verbandes.

Flächendeckende Kontrollen würden für die Behörden noch schwieriger. Schon jetzt seien zu geringe Füllmengen und Mogelpackungen an der Tagesordnung. Der Verband empfiehlt, beim Einkauf genau die Mengenangaben auf der Packung zu prüfen und sich bei Preisvergleichen am Grundpreis zu orientieren. Der Handel muss immer einen Grundpreis angeben, beispielsweise wieviel 100 Gramm eines Artikels kosten. Damit lässt sich der Preis besser vergleichen. Mit der Änderung der Fertigpackungsverordnung wird eine europäische Richtlinie umgesetzt. (cl/dpa)

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