Versandapotheken : Der Pillen-Klick

Schlecht beraten: Im Test schneiden Versandapotheken besonders in punkto seriöser Information eher mäßig ab. Vielen Händlern fehlt es an Wissen - das kann für Patienten riskant sein.

Yasmin El-Sharif
Versandapotheken
Medizin aus dem Verteilzentrum. 1400 der 21.000 deutschen Apotheken haben eine Zulassung für den Onlinehandel. -Foto: pa/dpa

Schnell, billig, sicher und unkompliziert – das sind Kriterien, die Versandapotheken erfüllen sollten. Ob sie das tatsächlich machen, hat die Stiftung Warentest in einem aktuellen Test von 13 deutschen Apotheken und zwei Anbietern mit Sitz in den Niederlanden (Doc Morris und Europa-Apotheek) untersucht. Außerdem im Test: Zwei Apothekenportale, über die verschiedene Einzelapotheken Bestellungen entgegennehmen. Geprüft wurde, wie gut Versandapotheken ihre Kunden zur Anwendung von Medikamenten beraten, wie zuverlässig sie liefern und wie nutzerfreundlich ihre Internetseiten gestaltet sind.

Beratung
: „Gut“ berieten neben dem Testsieger Sanicare (1,9), auch Curavendi, Doc Morris, Versandapo und Zurrose. Vier wurden dagegen nur mit einem „ausreichend“ bewertet, Apopack sogar „mangelhaft“. Häufig mangelte es schlicht und einfach an pharmazeutischem Grundwissen, schreiben die Tester. „Das ist nicht akzeptabel und möglicherweise riskant für Patienten, die falsche Auskünfte bekommen.“ Schlusslichter mit vielen fehlerhaften Antworten waren neben Apopack noch Apo-Buy, Medikamente-per-Klick, Shop-Apotheke und Apotal.

Internet
: Besonders nutzerfreundliche Internetseiten haben Sanicare, Versandapo und Zurrose. Negativ aufgefallen ist den Testern dagegen, dass Bestell- und Lieferinformationen oft nicht klar gegliedert sind oder dass der Kunde sie durch Herumklicken zusammensuchen muss. Am schlechtesten schneiden dabei die Seiten von Aponet.de und Apotheke.com ab. Positiv fiel den Testern auf, dass alle Apotheken für den Bestellvorgang eine sichere Verbindung mit Verschlüsselung der Daten anbieten.

Bestell- und Lieferservice: Punkten konnten die meisten Apotheken vor allem beim eigentlichen Versandhandelsgeschäft. Sie lieferten die bestellten Medikamente vollständig, richtig und unbeschädigt aus. Zahlreiche rezeptfreie Arzneimittel kamen sogar schon einen Tag nach der Bestellung beim Empfänger an. Besonders schnell waren Mycare und Zurrose, die alle Bestellungen innerhalb von zwei Tagen lieferten. Die Päckchen anderer Versender trafen oft nach zwei oder drei Tagen ein. Apotal aber schickte zum Beispiel Husten- und Schmerzmittel nach sechs Tagen, ein gängiges Grippemittel sogar erst nach neun Tagen.

Versandkosten: Für den Versand rezeptpflichtiger Arzneimittel wurden in der Regel keine Kosten berechnet. Rezeptfreie Mittel aber liefert nur Sanicare generell versandkostenfrei. Andere Versender verzichten auf die Gebühren erst ab einem Mindestbestellwert.

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