Verbraucher : Viele Pixel machen noch lange kein gutes Bild

Ob klein und schnell oder ausgefeilt und teuer – die Auswahl bei Digitalkameras ist riesig. Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Corinna Visser

Das Angebot an Digitalkameras ist nahezu unüberschaubar. Schlimmer noch: „Es gibt bei Digitalkameras kein Ausstattungsmerkmal, das einem sagt, wie gut die Bilder werden“, sagt Peter Knaak von der Stiftung Warentest. „Am allerwenigsten die Megapixel.“ Die Zahl der Pixel gibt die Zahl der Bildpunkte an, die die Kamera verarbeitet. Es führt also kein Weg daran vorbei: „Wer eine Digitalkamera kaufen will, muss sich vorher schlau machen“, sagt Knaak. Weder Preis noch Hersteller sind ein ausreichendes Indiz dafür, dass eine Kamera gute Bilder macht – das war ein Ergebnis des Warentests von elf aktuellen Digitalkameras.

„Es gibt nicht die Digitalkamera für jeden Anwendungszweck“, sagt Knaak. Daher muss sich der Kunde zunächst entscheiden: Ob es eine Kamera für die Westentasche sein soll – klein, leicht und schnell. Oder eine Kamera, die manuelle Einstellungen erlaubt, eine ausgefeilte Technik hat und ein Objektiv in größerem Zoombereich. Die ist dann meist größer – und deutlich teurer. Aber auch anspruchsvolleren Amateurfotografen empfiehlt Knaak von Warentest eine Kompaktkamera. Digitale Spiegelreflexkameras seien nicht nur sehr teuer. Die Anschaffung lohne sich nur, wenn man verschiedene Objektive einsetzen wolle und die müssten sehr gut auf die Kamera abgestimmt sein.

Da die einfache Formel – je mehr Bildpunkte (Megapixel) eine Kamera liefert, desto besser – nicht stimmt, muss man sich an anderen Ausstattungsmerkmalen orientieren. Immer mehr Kameras verfügen beispielsweise über einen Bildstabilisator. Der sorgt dafür, dass ein Bild auch bei langen Brennweiten oder langen Belichtungszeiten nicht verwackelt. So kann man auch scharfe Bilder bei Kerzenschein schießen. Ein anderer nützlicher Trend: Immer mehr Hersteller bauen Funktionen der Bildbearbeitung in ihre Kameras direkt mit ein. Etwa eine Automatik, die bei einer Gegenlicht- oder Blitzaufnahme nachher die dunklen Stellen aufhellt. „So entsteht ein detailreicheres und ausgewogeneres Bild“, sagt Knaak.

Wer eine Vorauswahl getroffen hat, die die Suche einschränkt, sollte dann im Geschäft ausprobieren, wie gut eine Kamera in der Hand liegt, ob der Monitor gefällt und ob man mit dem Menü zurechtkommt. „Die Chance, bei einer Digitalkamera viel Geld in den Sand zu setzen, ist sehr groß“, sagt Knaak. „Denn die Qualitätsschwankungen sind enorm.“ Und auch wenn man wenig Geld ausgibt, kann das rausgeschmissen sein. „Wir haben auch Aktionsware von Discountern und Homeshopping-Kanälen getestet: Es gab keine Kamera, die ihr Geld wert war, egal, wie billig sie war.“

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