Verbraucher : Von Könnern und Versagern

Sechs Schlagbohrmaschinen sind „gut“, doch bei Bohrhämmern und Akkuschraubern gibt es Ausfälle

Corinna Visser

Wenn die Kacheln zerspringen, der Bohrer heiß läuft oder sogar abbricht, dann ist natürlich das falsche Werkzeug schuld – und nicht der Heimwerker. Tatsächlich lassen sich viele Fehlschläge bei Reparaturen zu Hause vermeiden, wenn man das richtige Werkzeug hat. Dabei ist für viele Heimwerker eine Schlagbohrmaschine immer noch der Alleskönner unter den elektrischen Bohrwerkzeugen. Wer jedoch im Plattenbau wohnt oder von Beton- und Klinkerwänden umgeben ist, wird mit einem Schlagbohrer nicht glücklich. Beim Bohren in Beton stößt er an seine Grenzen, hier muss ein Bohrhammer her.

Die Stiftung Warentest hat Schlagbohrer, pneumatische Bohrhämmer und Akkubohrschrauber getestet. Ergebnis: Bei den Schlagbohrern ringen die teuerste Maschine, „Metabo SBE 1010 Plus“ für 230 Euro und die „Kress SBLR 2480“ für 119 Euro um den Spitzenplatz. Auch die „Skil 6770“ für nur 70 Euro liegt dichtauf. Die besten pneumatischen Bohrhämmer (nicht in unserer Tabelle) liegen ebenfalls eng beieinander, doch auch die Spitzenreiter unter ihnen erreichen nur ein „befriedigend“: „Bosch PBH 240 RE“ für 230 Euro, „AEG BH 22E“ für 209 Euro, „Kress 750 PSE“ zum Preis von 229 Euro oder „Black & Decker KD 960 KC“ für nur 110 Euro.

„Es ist für den Kunden im Geschäft sehr schwer, die Qualität eines Bohrers von außen zu beurteilen“, sagt Lothar Beckmann von der Stiftung Warentest. „Leider ist auch der Preis kein Kriterium.“ Ein höherer Preis garantiere keine höhere Qualität. Und auch „Schnäppchen“ können eine gute Qualität haben.

Das große Manko der pneumatischen Bohrhämmer sei vor allem ihre mangelnde Haltbarkeit gewesen, bei der Dauerprüfung schnitten zwei – „Skil 1755“ und „Makita HR 2440“ – sogar mit mangelhaft ab. „In ihrer Spezialdisziplin, dem Hammerbohren in Beton, sind die getesteten Bohrhämmer alle gut oder befriedigend, aber beim normalen Bohren in Holz, Metall, Ziegel- oder Kalksteinwänden sind sie dem Schlagbohrer unterlegen“, sagt Beckmann. In Betonwänden komme man ohne Bohrhammer nicht aus, für alle anderen gelte: „Die sinnvolle Ergänzung zum Schlagbohrer ist der Akkubohrschrauber“, sagt Beckmann.

Akkubohrschrauber sind universal einsetzbar und eben so klobig wie große Bohrmaschinen. Trotz der technisch überholten Nickel-Kadmium-Akkus schafften zwei Bohrschrauber ein „gutes“ Qualitätsurteil: „Makita 6280 D“ für 175 Euro und „Metabo BSZ 14,4“ zum Preis von 180 Euro. Beim Kauf sollte man auf eine schnelle Lademöglichkeit oder einen zweiten Akku achten, raten die Warentester.

Buchhinweis: Mehr Tipps zur richtigen Werkzeugausstattung und zu den wichtigsten Arbeitstechniken finden Sie im Handbuch „Reparaturen zu Hause“ von der Stiftung Warentest, erschienen 03/05. Preis: 20 Euro, Bestellnummer: Y0501. Telefon: 01805/002467 (zwölf Cent pro Minute aus dem Festnetz).

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