Warentest : Lachs - Leckeres von der Farm

Zuchtlachse schneiden besser ab als die aus freier Wildbahn. In einigen Produkten stecken aber zu viele Keime.

Jahel Mielke

15 Euro für 100 Gramm irischen Wildlachs – das ist ein stolzer Preis. So viel kostete der Fisch an der Frischtheke in der Gourmetetage des Berliner Kaufhauses KaDeWe. Für gute Qualität zahlt man gern ein bisschen mehr – doch der Fisch aus dem KaDeWe war mit Bakterien belastet und verdorben, und so schmeckte er auch. Als Krönung stellte sich heraus, dass der Wildlachs in Wirklichkeit gezüchtet war. Ans Tageslicht brachte dies die Stiftung Warentest. Sie hatte insgesamt 18 Räucherlachsprodukte geprüft, darunter auch den Fisch aus dem KaDeWe. Das Kaufhaus sieht die Schuld für Bakterien und falsche Deklaration beim Lieferanten. „Von diesem Unternehmen beziehen wir keine Ware mehr“, sagt eine Sprecherin. Bis zu diesem Fall habe es jedoch nie Probleme gegeben. Das KaDeWe hat den belasteten Fisch bereits im November aus dem Sortiment genommen.

Die Stiftung Warentest hat zudem drei weitere Wildlachsprodukte und 14 Mal Zuchtlachs geprüft, darunter vier Öko-Produkte. Die Tester beurteilten Aussehen, Geruch und Geschmack des Fischs. Idealerweise sollten die Scheiben leicht ölig und lachsfarben sein, mit mitteldickem Räucherrand. Guter Lachs schmeckt leicht fischig, dazu ganz leicht tranig und salzig – mit deutlichem Raucharoma. Im Labor wurde der Fisch zudem auf Schadstoffe, Keime und Schimmelpilze untersucht.

Testsieger war der Premium Rauchlachs von Friedrichs aus norwegischer Aquakultur. Mit vier Euro pro 100 Gramm liegt er preislich im Mittelfeld. Ebenfalls „gut“ und mit 1,40 Euro pro 100 Gramm sehr günstig war der norwegische Räucherlachs von Lidl. Bei Aussehen, Geruch und Geschmack schnitt der Lachs von Bio-verde aus Ökozucht am besten ab. Das Produkt von Norma war nur „ausreichend“. Die Tester bemängelten einen zu fischigen Geruch, große Impfflecken und einen sehr salzigen Geschmack. Dass wilder Lachs gezüchtetem überlegen ist, belegte der Test nicht. Der beste Wildlachs von Stührk war nur „befriedigend“, die Produkte von Friedrichs und Laschinger erhielten für Geschmack, Aussehen und Geruch nur ein „ausreichend“.

Obwohl nur der Lachs aus dem KaDeWe „mangelhaft“ war, fanden sich auch in fünf eingeschweißten Produkten zu viele Keime: beim Zuchtlachs von Real und Laschinger, bei den Bio-Lachsen Wechsler’s No. 1 und Rewe Bio sowie beim Wildlachs von Stührk. Die gefundenen Mengen waren zwar nicht gesundheitsschädlich, weisen aber auf Hygienemängel oder schlechte Kühlung hin. Die gute Nachricht: Schadstoffe fanden die Tester nur in sehr geringen und somit unbedenklichen Mengen.

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