Verbraucher : Was aus 10000 Euro wurde

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Der Immobilienmarkt stand im vergangenen Jahr unter keinem guten Stern: Großes Angebot trifft auf eine kleine Nachfrage . Sogar die Offenen Immobilienfonds, die lange als krisenfest galten, gerieten wegen der vielen leer stehenden Bürohäuser in die Schlagzeilen. Dennoch meldet der Bundesverband Investment und Asset Management im Schnitt aller Anbieter von Anteilen an Offenen Immobilienfonds eine Rendite von 3,4 Prozent. Die besten Fonds rentierten mit sieben, die schlechtesten mit 0,7 Prozent. Anleger, die vermietete Immobilien (Büro, Wohn- und Geschäftshäuser) erwarben, konnten nach Angaben der Makler von Atis-Real-Müller mit durchschnittlichen Nettoanfangsrenditen zwischen fünf und acht Prozent rechnen. In Berlin lagen die Anfangsrenditen von Wohn- und Geschäftshäusern zwischen sieben Prozent in guten und 13 Prozent in schlechten Lagen – so die Angaben des Maklerhauses Engel&Völkers. ball

ANLEIHEN

Falsch gelegen haben die Rentenmarkt-Experten mit ihren Prognosen für 2004: Statt einer weltweiten Zinswende mit fallenden Anleihekursen und steigenden Renditen blieb der Markt stabil . So legte der deutsche Rentenmarktindex Rex in zwölf Monaten 2,5 Prozent zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe näherte sich im Dezember gleichzeitig dem Rekordtief von 3,47 Prozent. Starke Konjunktur und niedrige Renditen – wie geht das zusammen? Das teure Öl, der schwache Dollar, die nachlassende Dynamik in der US-Wirtschaft und die Versuche Chinas, den Boom zu bändigen, sorgten Mitte 2004 für einen Stimmungsumschwung . Analysten rätseln nun über den Zeitpunkt einer Kurskorrektur . Noch hält die Rentenhausse an: Obwohl die Zinsen in Europa niedrig bleiben, strömt wegen des starken Euro Kapital in die Region. Wie lange der Währungseffekt die Kurse treibt, ist eine Frage, die 2005 beantwortet. mot

DOLLAR

Am 1. Januar 2004 war ein Euro 1,2541 Dollar wert, Ende Dezember sind es mehr als 1,36 Dollar. Investments in die US-Währung haben in diesem Jahr einen Verlust von 8,4 Prozent verbucht. Betroffen sind davon auch US-Aktien , deren positive Wertentwicklung in diesem Jahr vom Wechselkurs nahezu aufgefressen wird. Seit dem Euro-Tief des Jahres 2001 bei 0,85 Dollar summiert sich der Verlust für die US-Währung auf 60 Prozent . Schuld daran ist vor allem das hohe „Zwillingsdefizit“ im US-Haushalt und in der Leistungsbilanz – Lücken, die mit gewaltigen Kapitalimporten geschlossen werden müssen. Amerika gibt mehr Geld aus, als es erarbeitet, und importiert mehr als es exportiert. Umgekehrt verringert der schwache Dollar aber die Defizite auch, da er Exporte verbilligt . Die meisten Währungsexperten glauben, dass der Dollar weiter fällt. Selbst Kurse von 1,50 Dollar für einen Euro werden nicht mehr ausgeschlossen. muc

US-AKTIEN

Verglichen mit den Finanzplätzen Europas und Asiens hat der amerikanische Aktienmarkt 2004 am kräftigsten zulegen können. Der breit gefasste Standard&Poor’s 500-Index machte Anleger um 9,2 Prozent reicher. Allerdings trifft das nur für Amerikaner zu. Deutschen Anlegern machte der schwache Dollar – er verlor zum Euro binnen zwölf Monaten 8,7 Prozent – einen Strich durch die Rechnung. Vom kräftigen Aufschwung der US-Wirtschaft profitierten sie deshalb kaum. Für 2005 sind die Experten verhalten optimistisch , weil die Konjunktur an Schwung verliert. Die Bush-Regierung wird zudem nach der Wiederwahl keine Steuer-Geschenke bereit halten. Auch der Konsum der Amerikaner, der 70 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht, wird sich kaum noch steigern lassen. Angesichts steigender Zinsen und einer höheren Bewertung der Aktien als in Europa sollten US-Aktien 2005 mit Vorsicht genossen werden. mot

JAPANISCHE AKTIEN

Wenn 2005 so beginnt wie 2004, dann können sich die Besitzer japanischer Aktien freuen: Allein von Januar bis Mai legte der Nikkei-Index um mehr als 18 Prozent zu.Danach ging es zunächst steil bergab und dann gemächlicher voran. Am Jahresende bleibt für die 225 im Nikkei notierten Unternehmen ein Kursgewinn von im Schnitt 6,6 Prozent übrig. Experten schließen nicht aus, dass 2005 ähnlich verläuft. „Japans Wirtschaft steckt mitten in einer Schwächephase, 2005 wird der Nachholbedarf deshalb größer“, glaubt Hannah Céline, Fondsmanagerin für Japan bei Union Investment. Ihre Zuversicht hat Gründe: Japans Banken haben das Volumen notleidender Kredite halbiert , die Unternehmen sind effizienter geworden und Chinas boomende Industrie sorgt für einen Exportsog . Einzig der zum Dollar aufwertete Yen könnte das Wachstum dämpfen. Und das teure Öl : Japan hat keine eigenen Vorkommen. mot

GOLD

Für Gold-Anleger war 2004 ein gutes Jahr. Allerdings nur auf den ersten Blick. Zwar hat der Kurs für das Edelmetall seit Januar um 6,2 Prozent zugelegt, doch wird Gold in Dollar gehandelt . Für Anleger aus dem Euro-Raum bedeutet das: Beim Verkauf zum aktuellen Gold-Kurs von gut 443 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) – ein 16-Jahres-Hoch – müsste der Dollar-Verfall realisiert werden. Unter dem Strich haben deutsche Gold-Anleger damit ein kleines Minus eingefahren. Längerfristig sähe die Bilanz besser aus: Seit dem Tief bei gut 250 Dollar 2001 hat sich Gold um mehr als 70 Prozent verteuert. Die Gründe sind vielschichtig: Hauptursache ist die Schwäche der US-Währung, gegen die sich Investoren mit Gold absichern. Hinzu kommt, dass die Nachfrage, vor allem aus Asien , das Angebot von 2500 Tonnen jährlich überschreitet. Goldexperte Martin Siegel sieht sogar erst Marken von 600 Dollar je Feinunze als „fairen Preis“. muc

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