Verbraucher : Was man vor der Reise wissen sollte Schwer kalkulierbar

Im Urlaub mobil telefonieren ist praktisch - kann aber teuer werden. Verbraucher sollten sich vor der Reise über Preise informieren

Corinna Visser

MAILBOX

Besonders teuer wird es, wenn die Mailbox im Ausland eingeschaltet bleibt. Denn der Angerufene bezahlt dann nicht nur für den Verbindungsversuch ins Reiseland, sondern auch für die Umleitung zurück auf die Mailbox in Deutschland. Am besten die Mailbox vor der Reise abschalten. So zahlt nur, wer auch telefoniert.

NETZ AUSWÄHLEN

Das Handy bucht sich im Ausland meist in das stärkste verfügbare Netz ein. Mancher Netzbetreiber stellt die Geräte aber auch automatisch auf die eigenen Partnernetze im Reiseland ein. Beides muss aber für den Kunden nicht die beste Wahl sein. Daher sollte man mit manueller Netzauswahl das günstigste Netz selbst auswählen.

SMS

„Ich bin gut angekommen und das Hotel ist spitze!“ – auch ein kurzes Gespräch aus dem Reiseland kann teuer werden, denn mancher ausländische Netzbetreiber verlangt nicht nur hohe Minutentarife , sondern auch einmalige Zuschläge pro Anruf . Kurze Botschaften also lieber per SMS versenden – das ist meist deutlich billiger.

PASSIVE GEBÜHREN

Das Telefonieren mit dem Handy im Ausland kann auch dann teuer werden, wenn man niemanden anruft. Im Ausland zahlt der Angerufene nämlich auch für eingehende Gespräche – und zwar den Preis für die Weiterleitung des Anrufs in das Reiseland. Der Anrufer kann ja nicht wissen, wo sich der Angerufene aufhält. vis

Rechnungen – kaum jemand beschäftigt sich gerne damit. Besonders unangenehme Überraschungen kann erleben, wer gerne viel mit dem Handy telefoniert und auch im Ausland seinen Redefluss nicht bremst. Häufig sind die Abrechnungen intransparent und unstimmig. Im Prinzip ergeben sich die Kosten für Handygespräche im Ausland aus den Preisen, die der ausländische Netzbetreiber verlangt, plus einer Roaminggebühr. Roaming heißt so viel wie Herumwandern und bezeichnet die Möglichkeit, auch im Ausland mobil telefonieren zu können, ohne dort einen Vertrag mit einem Netzbetreiber abschließen zu müssen.

Was den tatsächlichen Endpreis aber so schwer kalkulierbar macht, ist die Tatsache, dass ausländische Netzbetreiber nicht immer so ausführlich und transparent über ihre Preise informieren, wie es deutsche Kunden von hiesigen Anbietern gewohnt sind. Innerhalb Europas kann der Kunde zwar auf relative Preisstabilität vertrauen. Doch bei exotischen Reisezielen muss er durchaus mit erheblichen Preisschwankungen rechnen, hinzu kommt das Wechselkursrisiko.

Wer sein Handy im Ausland nutzen will, sollte sich vor Antritt der Reise gründlich über die aktuellen Preise und Konditionen der ausländischen Betreiber informieren. Diese Informationen gibt es bei allen deutschen Netzbetreibern und Serviceprovidern. Hier erfährt man auch, welche Netze man im Ausland überhaupt nutzen kann. Roaming ist nämlich nur möglich, wenn der deutsche Betreiber mit dem ausländischen Anbieter einen Roamingvertrag abgeschlossen hat.

Grundsätzlich gilt, dass Vertragspartner des deutschen Kunden sein inländischer Anbieter ist. Man muss sich also nachher nicht mit dem ausländischen Netzbetreiber herumärgern. Die Tarifinformationen, die man vor Antritt der Reise erhalten hat, sollte man aufbewahren und auch das Datum dokumentieren, rät Carola Elbrecht, Juristin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. So hat man gute Argumente, wenn man nach der Rückkehr eine unerwartet hohe Rechnung erhält. Fehlt zum Beispiel der Hinweis, dass sich die Preise ändern können, wird es der Netzbetreiber schwer haben, Preiserhöhungen durchzusetzen. „Es ist immerhin rechtlich bedenklich, wenn sich innerhalb eines kurzen Zeitraums die Bedingungen ändern. Dann hat der Kunde gute Chancen, dass das nicht wirksam wird“, sagt Elbrecht.

Mit dieser Begründung sollte der Kunde dann schriftlich Widerspruch gegen den umstrittenen Teil der Rechnung einlegen. „Dann kann der Kunde abwarten, wie kooperativ sich der Anbieter zeigt“, sagt Elbrecht. „Allerdings sollte man ihm eine kurze Frist für eine Reaktion setzen: eine Woche, höchstens zwei.“ Kommt keine Reaktion, kann der Kunde das Geld, das der Netzbetreiber nach Meinung des Kunden unberechtigt verlangt, einbehalten beziehungsweise zurückbuchen lassen. In jedem Fall sollte man jedoch den unstrittigen Teil der Rechnung begleichen.

Keine böse Überraschung erlebt, wer bei seinem Netzbetreiber einheitliche Europa- oder Welttarife bucht. Der Nachteil: In manchen Ländern sind diese Tarife deutlich teurer.

0 Kommentare

Neuester Kommentar