Verbraucher : Weicher landen

Am Aktienmarkt geht es abwärts – wie sich Anleger gegen ungewollte Turbulenzen schützen

Henrik Mortsiefer

An den Börsen steigt die Fieberkurve. Doch es sind nicht mehr steigende Aktienkurse, die die Temperatur der Anleger erhöhen, sondern die Angst vor einer neuen, langen Periode von Kursverlusten. Der so genannte V-Dax – ein spezieller Index, der die Unsicherheit der Anleger misst – ist zuletzt auf den höchsten Stand seit Mai 2004 geklettert. Der V-Dax schlägt immer dann nach oben aus, wenn der Dax unter Druck gerät. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich Anleger auf turbulente Zeiten an der Börse einstellen sollten.

Um sich gegen Kursschwankungen zu wappnen, die nicht nur der V-Dax signalisiert, sondern auch viele Experten für die kommenden Monate voraussagen, stehen Anlegern verschiedene Handlungsalternativen zur Verfügung.

DISCOUNTZERTIFIKATE

Zertifikate auf den Dax eignen sich für Anleger, die starke Schwankungen erwarten. Der Vorteil: Die Zertifikate, die eine feste Laufzeit haben, bieten einen Sicherheitspuffer, weil das Papier selbst dann eine positive Rendite erzielt, wenn der Dax fällt. Dafür verzichten Anleger im Fall eines steigenden Dax auf einen Teil der Gewinne. In einer Langzeitstudie des Internetportals Finanztreff.de schnitten von der Commerzbank angebotene Discounter besonders gut ab. Nur wenn Discount-Zertifikate länger als ein Jahr im Depot gehalten werden, sind die erzielten Gewinne steuerfrei. Es sollten deshalb ausschließlich Papiere mit einer Restlaufzeit von mehr als zwölf Monaten gekauft werden.

TAGESGELD

Die Zinsen steigen, deshalb werden Tagesgeldkonten in den kommenden Monaten attraktiver. Anleger, deren Aktiendepots noch im Plus notieren, könnten ihr Geld vorübergehend fest verzinst parken. In Einzelfällen werden schon drei Prozent Zinsen angeboten, im Dollarraum sind es bis zu fünf Prozent.

STOPP-LOSS-MARKEN

Um bei fallenden Kursen den richtigen Zeitpunkt zum Ausstieg nicht zu verpassen, sollten Anleger feste Verkaufskurse setzen. Für eine kleine Gebühr nehmen Banken Stopp-Loss-Limits an, bei denen Aktien oder Fonds automatisch verkauft werden. Doch Vorsicht: Wer zu knapp kalkuliert, fliegt bei starken Kursschwankungen schneller als gewollt aus dem Markt. Und bei plötzlichen Kurseinbrüchen kann es sein, dass die Order deutlich unter dem gesetzten Ausstiegskurs ausgeführt wird.

PUT-OPTIONEN

Sinkt der Kurs einer Aktie, gewinnt die entsprechende Verkaufsoption auf diese Aktie an Wert. So lässt sich das Depot gegen Wertverluste „versichern“. Steigt hingegen die Aktie oder ein Index, kann der Optionsschein im schlechtesten Fall wertlos werden. Optionsscheine gibt es mit festen Laufzeiten oder als Endlospapiere, beim Kauf wird meist ein Aufgeld fällig.

WANDELANLEIHEN

Da klassische Anleihen wegen der erwarteten Zinserhöhungen im Euroraum und in den USA noch ein hohes Kursrisiko haben, empfehlen sich spezielle Anleihen. Wandelanleihen zum Beispiel kombinieren die Chancen von Aktienkursgewinnen mit der Sicherheit fester Zinsen und einer Kapitalrückzahlung. Eine Wandelanleihe kann innerhalb einer bestimmten Frist unter festgelegten Bedingungen in Aktien der ausgebenden Gesellschaft getauscht werden.

GARANTIEDEPOTS

Viele Anleger tun sich schwer, in ihren Depots ein ausgewogenes Verhältnis von Chancen und Risiken herzustellen. Die Banken haben dies erkannt und bieten so genannte Garantieprodukte an. Unabhängige Anlageberater raten ab, weil die Kosten zu hoch sind. Die Stiftung Warentest empfiehlt stattdessen einen eigenen Chance-Risiko-Mix. Mehr Informationen dazu im Internet unter: www.finanztest.de/anlagestrategien

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