Weihnachten : Geschenke per Post

Noch zehn Tage bis Weihnachten: Wie Päckchen und Pakete günstig und pünktlich ankommen.

Saskia Weneit

Die Vorweihnachtszeit: Wunschzettel abarbeiten, Kekse backen, Glühwein trinken, Schlange stehen. Letzteres ist eines der kleinen Übel, die die Wochen vor Heiligabend mit sich bringen. Auch das Paketeversenden kann zum stressigen Unterfangen werden, wenn sich lange Schlangen vor den Postschaltern bilden. Doch es gibt auch bequemere und günstigere Mittel, das Paket auf den Weg zu bringen. Etwa 30 alternative Brief- und Paketversender sind bundesweit neben der Deutschen Post AG auf dem Markt. Da lohnt sich ein kurzes Innehalten, um die Angebote zu vergleichen. Gerade bei den Portogebühren und beim Abholservice lassen sich ein paar Euro sparen.

DIE ANBIETER

Der Paketdienst der Deutschen Post, DHL, gehört mit Hermes zu den größten Anbietern. Beide bieten den Kunden ein weit ausgebautes Netz an Filialen. Hermes hat nach eigenen Angaben mehr als 14 000 Shops, in denen Kunden ihre Sendungen aufgeben können. Die Annahmestellen sind an Tankstellen, Tabakläden oder auch Wäschereien angeschlossen, die in der Regel zentral gelegen und mindestens bis 20 Uhr geöffnet sind. Auch GLS arbeitet mit solch einem System aus Kooperationen, bundesweit gibt es 5000 Paketshops. Die Deutsche Post verfügt mit mehr als 13 500 Annahmestellen ebenfalls über ein großes Netz.

Gleichermaßen bundesweit zu finden sind Shops der Dienstleister DPD und Mail Boxes Etc. Letztere verschicken ihre Sendungen mit UPS. Bei Mail Boxes Etc. gibt es keine bundesweit einheitlichen Preise, ein Vergleich wird dadurch schwierig. Neben den Großen der Paketbranche können auch kleinere Anbieter wie iloxx, Der Courier, Eparcel oder GLS interessant sein, die ohne eine Filialstruktur oder Shops arbeiten. Per Telefon oder übers Internet kann man die Aufträge erteilen, die Pakete werden dann abgeholt.

SPARTIPPS

Über den Preis für den Versand entscheiden viele Faktoren. Im Internet helfen Tarifrechner wie posttip.de, billigerverschicken.de, oder versandtarif.de, den günstigsten Anbieter zu finden. Ein grundlegender Tipp für kleines Porto ist „so schlank wie möglich zu packen“, sagt Alexander Borais von Posttip.de. Bei den Postkonkurrenten wie Hermes und GLS lohne es sich, kleine und schwere Pakete aufzugeben. Wer lieber Kleidung oder ein großes Kuscheltier verschicken will – also groß, aber leicht – finde bei der Posttochter DHL günstige Tarife.

Wer Paketscheine im Internet selbst ausfüllt, ausdruckt und auf das Paket klebt, spart bei Hermes zwischen 30 und 40 Cent, bei der Post sogar einen Euro pro Paket. Die bereits frankierten Pakete kann man auch in rund 1000 Paketboxen der DHL abgeben. Auch die 2500 Packstationen der Posttochter sind eine Möglichkeit, Geld und Zeit zu sparen. Die Sendungen können rund um die Uhr frankiert, verschickt und auch abgeholt werden. Dabei ist eine Ersparnis von bis zu 1,50 Euro pro Paket möglich, wenn direkt an der Packstation frankiert und als Empfangsadresse ebenfalls eine beliebige Packstation angegeben wird. Man muss sich dafür auf der Internetseite registrieren. Hermes bietet die Möglichkeit, von Shop zu Shop zu senden – allerdings nur S-Pakete – dabei lassen sich 35 Cent sparen.

Ein sorgsam gepacktes Geschenk soll natürlich nicht verloren gehen. Doch für den Fall der Fälle haften die Paketdienste in der Regel beim Verlust einer Sendung in einer Höhe von 500 Euro. GLS zahlt den Kunden sogar bis zu 750 Euro zurück. Allerdings sind bei DHL Pakete erst ab einem Preis von 5,90 Euro versichert.

DIE FRISTEN

Um Geschenke rechtzeitig zu Heiligabend ins Ausland zu befördern, ist es fast zu spät. Nur wer sein Paket schon zugeschnürt zu Hause stehen hat, könnte noch Glück haben. Zumindest innerhalb Europas. Bei DHL muss die Sendung bis zum 15. Dezember aufgegeben werden. Bei Hermes ist noch bis zum 16. Dezember Zeit. GLS und DPD liefern noch bis 17. Dezember unter den Tannenbaum. Doch Borais warnt, sich auf die Termine zu verlassen: „Die Angaben der Versender richten sich nach der Regellaufzeit“, betont er. Da hilft oft nur noch der – teure – Expressversand. Und der hat es in sich: Für ein Fünf-Kilo-Paket werden bei DHL dann zwischen 130 Euro und 220 Euro fällig, je nach Zielland.

Noch Luft hat hingegen, wer seine Weihnachtsgeschenke nur innerhalb Deutschlands verschicken will. Stichtag bei DPD und GLS ist der 21. Dezember, bei DHL und Hermes der 22. Dezember. Kleinere Versender wie iloxx geben den 17. Dezember als letztmöglichen Termin an. Doch da in der Weihnachtszeit dreimal so viele Pakete verschickt werden wie in der übrigen Zeit des Jahres, sollte mit Verspätungen gerechnet werden. Wer derart auf den letzten Drücker schicke, könne nicht zu 100 Prozent sicher sein, dass das Paket rechtzeitig ankommt, sagt Borais. Besser sei es, das Paket noch am Samstag vor Weihnachten aufzugeben.

ABHOLSERVICE

Man kann sein Paket auch abholen lassen. Gerade bei schweren Sendungen kann das angenehm sein. Einige Euro Aufschlag fallen für den Service an (siehe Tabelle). Zwei preiswerte Versandmöglichkeiten mit Abholservice bieten Hermes und DHL an. Bei der Posttochter muss der Auftrag allerdings online erstellt werden. Auch die Konkurrenten paket.ag, Der Courier und eparcel haben günstige Tarife im Angebot. Böttcher rät, das Paket dort abholen zu lassen, wo man ganztägig erreichbar ist – am Arbeitsplatz zum Beispiel. Denn die Anbieter könnten in der Vorweihnachtszeit die angegebenen Lieferzeiten nur schwer einhalten. Außerdem lassen sich so Hetzerei zum Dienstleister und lästiges Schlangestehen vermeiden.

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