Weihnachtsgemüse : Tester sehen bei Blaukraut teilweise rot

Ob blau oder rot, in vielen Haushalten steht der Kohl an Weihnachten auf dem Tisch. Dabei greifen Verbraucher zunehmend auf Fertigprodukte aus dem Glas oder der Tiefkühltruhe - und die sind nicht immer genießbar: zu stark gewürzt, gummiartige Konsistenz.

Jahel Mielke
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Besser frisch. Im Oktober und November wird Rotkohl geerntet. -Foto: ddp

Welche Farbe hat er nun eigentlich, der Rotkohl? Seine Blätter sind violett, doch die Namensgeber des Gemüses konnten sich zwischen rot und blau nicht entscheiden. So heißt der Rotkohl mancherorts auch Blaukraut. Falsch ist das nicht. Die Farbnuance des Kohls hängt nämlich auch von dem Boden ab, auf dem er wächst. Ist er besonders alkalisch, sieht der Kohl eher bläulich aus, bei sauren Böden färbt sich das Gemüse rötlicher. Das funktioniert auch im Kochtopf: Fügt man etwa saure Äpfel hinzu, verstärkt sich die rote Farbe des Gemüses.

Ob blau oder rot, in vielen Haushalten steht der Kohl an Weihnachten auf dem Tisch, zum Beispiel als Beilage zu Braten und Knödeln. Immer seltener ist der Rotkohl allerdings hausgemacht. Besonders gerne greifen die Deutschen zu fertigem Rotkohl im Glas, rund zehn Prozent werden im Beutel und weitere neun Prozent tiefgekühlt gekauft. Die Stiftung Warentest hat zwölf Mal klassischen Rotkohl aus Glas und Beutel und 13 Mal Apfelrotkohl aus Glas, Beutel und Gefrierfach geprüft. Dafür untersuchten die Tester Aussehen, Geruch, Geschmack und Konsistenz der Fertigprodukte sowie deren chemische und mikrobiologische Qualität.

Das Testergebnis war durchwachsen: Elf von 25 Produkten waren „befriedigend“, drei „ausreichend“ und zwei schnitten sogar „mangelhaft“ ab. Neben Fehlern im Aussehen, zum Beispiel braune Blattteile, war die Würzung der größte Schwachpunkt der Produkte. Im Idealfall sollten sie süß-säuerlich und intensiv nach Kohl schmecken. Oft wurde im Test die Kohlnote jedoch überdeckt, etwa durch zu viel Nelke und Lorbeer wie beim Produkt von Aldi Nord oder durch zu viel Essig bei Hengstenberg. Insgesamt stimmte die Würzung bei acht Produkten nicht, bei acht weiteren waren Süße und Säure nicht richtig abgestimmt.

Klassischer Rotkohl. Hier waren die drei Testsieger von Kaufland, Kühne und Schweizer nur knapp „gut“. Alle stammen aus dem Glas, der Rotkohl von Schweizer ist ein Bioprodukt. Der Jardinelle-Rotkohl von Rewe war „mangelhaft“. Die Tester fanden, er schmecke stark nach Rauch und habe eine gummiartige Konsistenz. Vier Produkte – von Kaufland, Spreewaldkönigin, Stollenwerk und Mamminger verwenden Süßstoff. Er wird benutzt, weil er günstiger ist als Zucker. Den Warentestern fiel das im Geschmack negativ auf.

Apfelrotkohl. Testsieger waren hier die Tiefkühlprodukte von Iglo und Bofrost. Der beste eingekochte Apfelrotkohl war von Kühne und stammt aus dem Glas. „Mangelhaft“ schnitt das Produkt von Leuchtenberg ab. Die Tester bemerkten einen Geruch und Geschmack nach Stall. Dieses Fehlaroma wird durch falsch verarbeiteten weißen Pfeffer im Leuchtenberg-Rotkohl verursacht.

Tiefgekühlter Apfelrotkohl muss zehn Prozent Äpfel enthalten. Der Rotkohl von Elbtal und das Bioprodukt von Ökoland enthalten nur fünf Prozent – dafür gab es Abzüge in der Gesamtnote.

Wer Weihnachten wirklich lecker essen will, sollte den Rotkohl besser selber machen. Oder zumindest die Fertigprodukte mit etwas Schmalz, Zwiebeln, Apfel- oder Birnenstücken verfeinern.

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