Verbraucher : Wisch und doch nicht weg

Heike Jahberg

DAS TESTURTEIL: 6 Punkte

(0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen)

testet einen Swiffer Sauberkeit ist keine Hexerei, hat meine Mutter immer gesagt. Regelmäßig fegen, ab und zu mal wischen, und schon ist alles schön ordentlich. Sauberkeit ist doch Hexerei, meint dagegen die Firma Procter & Gamble. Und damit auch ganz normale Erdenbürger ihren Haushalt mit zauberhafter Leichtigkeit erledigen können, empfehlen uns die Amerikaner ihren Swiffer.

Getestet habe ich das Swiffer-Boden- Komplettreinigungssystem. Es besteht aus einem Teleskopstiel, Staub- und Feuchttüchern (Aktionspreis im August: 5,99 Euro). Das System funktioniert so: Erst klemmt man ein Staubtuch in den Teleskopstiel-Schrubber und entfernt mit Hilfe der elektrostatischen Kräfte, die in dem Tuch stecken, Staubflusen. Dann wirft man das Tuch weg. In Phase zwei montiert man das feuchte Reinigungstuch auf den Wischer und feudelt den Restdreck weg. Auch dieses Tuch landet anschließend im Mülleimer.

So weit, so gut. Die Montage ist leicht, das Prinzip verständlich. Der Teleskopstiel ist beweglich, man kommt damit wunderbar unter alle Schränke. Auch die Staubflusen verschwinden wie versprochen. Die kleinen Schottersteinchen, die die Kinder von draußen in die Wohnung tragen, leider nicht. Auch größere Staubnester packt das Swiffer-Tuch nicht. Dafür ist es aber wohl auch nicht gedacht. „Swifferinnen“ putzen regelmäßiger als ich. Dann kommt das Nasstuch. Das ist getränkt mit Reinigungsmitteln. Ich wische unseren PVC-Boden in der Küche, das Linoleum im Flur und die Kacheln im Bad. Danach ist das Tuch schwarz. Die Böden sind vom oberflächlichen Dreck befreit, aber Striemen und hartnäckigere Flecken bleiben. Und leider verbreiten die Feuchttücher einen penetranten Reinigungsgeruch. Nach dem Wischen riecht es wie im Krankenhaus.

Es gibt Menschen, die auf Swiffer stehen. Hundehalter etwa oder Leute, die gern mal fix durch die Wohnung feudeln. Ich gehöre nicht dazu. Man muss wohl Fan sein, um zu verstehen, warum man so einen Swiffer braucht. Und: Auf den Cent darf man auch nicht schauen. Jedes Staubtuch kostet 20 Cent, jedes Wischtuch 38 Cent. Wer dagegen mit dem guten, alten Besen fegt, anschließend einen Schuss Neutralseife ins Wischwasser gibt und schrubbt, kommt günstiger davon. Außerdem ist die traditionelle Art der Bodenreinigung ökologischer, weil man seinen Aufnehmer nicht nach jedem Wisch im Mülleimer entsorgen muss. Mit Hexerei hat das Bodenschrubben dann aber natürlich nichts mehr zu tun. Aber ganz ehrlich: Warum sollten normale Erdenbürger beim Putzen hexen?

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