Verbraucher : Wisch und weg

Dagmar Rosenfeld

DAS TESTURTEIL 10 Punkte: Sofort kaufen

testet einen magischen Fleckenschwamm Ich hasse Putzen. Aber ich habe eine Leidenschaft für Putzmittel. Ich kann mich für Fleckenzwerge, den „Weißen Riesen“ und das „Wisch-und-Weg“-Prinzip begeistern. In meinem Putzmittelschrank befinden sich Dutzende Sprühflaschen, Tuben und Pasten, sortiert nach Anwendungsgebieten: Holz, Stahl, Keramik, Silber. Es gibt einen Kalkreiniger für die Badewanne, der einen Tick aggressiver ist als der fürs Waschbecken, der dafür wiederum nach Zitrone riecht.

Die Erklärung für meinen Putzmittelfetisch liegt in meiner Kindheit: Bei uns zu Hause hat meine Mutter alles – von den Fenstern bis zum Küchenboden wirklich alles – mit Essig-Essenz geputzt. In meiner ersten WG habe ich das zuerst auch so gemacht – bis meine Mitbewohnerin mit der Essig-Essenz, mit der ich unsere Badewanne schrubbte, ihre Linsensuppe würzte. Das war der Tag, an dem ich endgültig erwachsen wurde und mich von zu Hause abgenabelt habe. Seit diesem Tag kaufe ich echte Putzmittel – und zwar in Massen.

Meine neueste Errungenschaft: der „magische Schmutzradierer“ von Meister Proper (die Zweierpackung kostet um die 2,99 Euro). Und der ist wirklich magisch. Er sieht zwar nicht sonderlich beeindruckend aus, ein kleiner weißer Schwamm aus einem Material ähnlich wie Schaumgummi. Aber er kann was. Den Schwamm unter Wasser halten, auswringen und los geht´s. Zuerst was Leichtes: Ein eingetrockneter Kaffeetassenabdruck auf der weiß lackierten Fensterbank. Kurz drüberrubbeln – und weg. Gut, aber was ist mit dem schwarzen Streifen, den die frisch geputzten Schuhe beim Ausziehen an der weiß getünchten Dielenwand hinterlassen haben? Drüber rubbeln – und weg. Und die Blutspur von der Mücke, die ich an der Schlafzimmerdecke platt gedrückt habe? Etwas fester drüberrubbeln – und weg. Großartig.

Ich habe meiner Mutter von dem Wunderschwamm erzählt. Sie hat ihn tatsächlich ausprobiert – und ist ganz begeistert. So begeistert, dass sie mich extra angerufen hat, um mir zu erzählen, wie leicht damit der verkrustete Dreck von den Gartenstühlen abgegangen ist. „Ohne festes Schrubben“, hat sie gesagt. „Ich hab den Schwamm in Essig-Essenz getaucht und einfach nur drübergewischt.“

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