Verbraucher : WM im Wohnzimmer

Mit einem Videoprojektor lässt sich zu Hause Stadionatmosphäre schaffen. Doch manches Gerät hat Probleme mit schnellen Bildern

Corinna Visser

Es muss nicht gleich die ganze Welt kommen. Aber wer gern viele Freunde zum Fußball-WM-Schauen zu Gast zu Hause haben möchte, der könnte den Kauf eines Videoprojektors in Betracht ziehen. Dann müssen sich die Freunde nicht vor dem kleinen Fernseher drängeln. Die Stiftung Warentest hat 14 Beamer getestet, mit denen man ein großes Bild und Stadionatmosphäre ins Wohnzimmer holen kann. Immerhin sechs Geräte erhielten ein „gut“.

Bei der Planung der Fußballfeier muss man jedoch bedenken, dass die Vorführung in einem abgedunkelten Raum stattfinden muss. „Wenn die Sonne in den Raum scheint, sieht man nichts mehr“, sagt Markus Bautsch von der Stiftung Warentest. Wer Fußball aber nicht in gänzlich dunkler Kinoatmosphäre zeigen will, sollte auf die Lichtstärke des Beamers achten. Außerdem gilt: „Je größer das Bild sein soll, desto mehr Lichtstärke braucht der Projektor“, sagt Bautsch.

Die Beamer lassen sich in zwei verschiedene Kategorien einteilen: Die einen arbeiten mit DLP (Digital Light Processing). Dabei wird das Licht der Projektionslampe auf mikroskopisch kleine Spiegel gelenkt, die bei Bedarf blitzschnell umklappen und das Licht ins Bild lenken. Nachteil: Bei schnellen Bildern kann es zum „Regenbogeneffekt“ kommen, Objekte mit starkem Kontrast bekommen dabei unnatürliche Farbsäume. Vorteile: helle Bilder mit sattem Schwarz und hohem Kontrast. Die andere Gruppe der Beamer arbeitet mit LCD-Technik (Liquid Crystal Display). Vorteil: kein Regenbogeneffekt. Der Nachteil ist, dass beim LCD immer ein wenig Licht verloren geht, da es durch Flüssigkristalle gelenkt werden muss. „Bei gleicher Lampenstärke sind LCD- etwas dunkler als DLP- Geräte“, sagt Bautsch von Warentest.

Das wichtigste Kriterium bei der Auswahl sollte jedoch die Bildqualität sein. Dabei sollte man zunächst entscheiden, wofür man den Projektor hauptsächlich nutzen will: Entweder zur Präsentation von Dias und Grafiken oder eben, um Fernzusehen und Filme anzuschauen. Das Detailergebnis in punkto Bildqualität fällt je nach Anwendungsart ganz verschieden aus (siehe Tabelle).

Die beiden Testsieger Panasonic PT-AE 900 E und Hitachi PJ-TX200 sind zwar Alleskönner, dafür aber auch ganz schön teuer. „Unter den preiswerten Modellen sticht der Acer PD 125 D mit guter Bildqualität heraus“, sagt Bautsch. „Dafür muss man aber Abstriche bei den Umwelteigenschaften und der Handhabung hinnehmen.“

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