Verbraucher : Zwischenstopp an der Tinten-Tankstelle

Wer nicht viel Geld für neue Druckerpatronen ausgeben will, kann sie von Experten auffüllen lassen – das kostet nur die Hälfte

Kurt Sagatz

Wer sich einen preiswerten Tintenstrahldrucker kauft, kann sich auf eine böse Überraschung gefasst machen: Wenn die Patrone leer ist, wird es teuer. Um die 60 Euro kostet eine neue Farbpatrone, wenn sie direkt vom Druckerhersteller stammt. Immer mehr Computer-Anwender füllen ihre Patronen daher lieber selber auf. Doch der Umgang mit Tinte und Spritze erfordert einiges Geschick und endet nicht selten erfolglos. Schließlich haben die Druckerhersteller die unterschiedlichsten Vorkehrungen getroffen, damit es für den Laien möglichst schwierig ist, die Patronen selber nachzutanken.

Warum also diese Arbeit nicht den Experten von den Druckertankstellen überlassen? Das ist zwar etwas teurer als die Selbstbetankung, aber allemal billiger als der ständige Neukauf teurer Originalpatronen – und auch immer noch preiswerter als die meisten Patronen eines Drittherstellers. Den Service bietet beispielsweise Vobis an, allerdings nicht in allen Filialen, oder auch die Kette Refill 24. Die gibt es in Berlin fünf Mal, und bundesweit ist sie mit 300 Niederlassungen vertreten. Ansonsten bekommt man den Nachfüll-Service auch bei vielen Einzelbetrieben.

Der Kostenvorteil der Druckertankstellen ist jedenfalls beachtlich: Kostet eine Druckerpatrone für einen Tintenstrahler von Hewlett- Packard für eine Schwarz-Patrone sonst 20 Euro, so fallen bei Vobis für die wiederaufgetankte Patrone nur zehn Euro an. Besonders deutlich wird das Einsparpotenzial bei den Dreikammer-Farbpatronen. In der 38-Milliliter-Ausführung kostet die neue HP-Patrone normalerweise 59 Euro, die Wiederbefüllung bei einer der Vobis-Tankstellen hingegen nur ein Viertel davon.

Die Rechnung, statt teurer neuer Tintenpatronen lieber gleich einen neuen Drucker für 50 Euro zu kaufen, scheint verlockend, geht jedoch nicht auf: „Bei der Auslieferung sind die Tintenbehälter oftmals nur zur Hälfte gefüllt“, sagt Irmgard Hermes, Mitinhaberin der Druckertankstelle Prenzlauer Berg. „Das wäre ja sonst auch zu einfach.“

Allerdings lässt sich noch längst nicht jede benutzte Patrone wieder auffüllen: „Ist der Behälter zu alt und die alte Tinte möglicherweise bereits eingetrocknet, klappt das Nachfüllen nicht“, sagt Experte Marcel Traude von der Vobis-Filiale am Kurfürstendamm. Epson-Patronen werden ebenfalls nicht nachgetankt, weil einige Behälter mit einem kleinen Chip ausgestattet sind, der nur die einmalige Nutzung zulässt.

Bei der Druckertankstelle Prenzlauer Berg schreckt man jedoch auch vor den Epson-Patronen nicht zurück. Ist die Patrone ansonsten in Ordnung, wird sie hier genauso aufgefüllt wie andere Tintenbehälter auch. Der Trick: Die innere Uhr der Patrone wird mit einer speziellen Elektronik zurückgesetzt, bevor die frische Tinte in den Behälter kommt.

Der Kunde sollte allerdings beachten, dass sich das Nachtanken durchaus auf seine Garantieansprüche auswirken kann. Denn die Hersteller prüfen genau nach, was die Ursache für ein Problem mit dem Drucker ist. Dabei wird auch kontrolliert, ob es daran liegen könnte, dass eben nicht eine neue Patrone der Herstellermarke gekauft worden ist. Grundsätzlich gilt: Die Garantie des Druckers erlischt nur dann, wenn die nachgefüllten Patronen den Schaden nachweislich verursacht haben oder das Nachfüllen als unsachgemäße Handhabung gewertet wird, erklärt Vobis-Experte Traude. Allerdings zählen einige Druckerhersteller dazu auch den Einsatz von Patronen eines Fremdherstellers. Vobis selbst garantiert nur den einwandfreien Zustand der Tinte, haftet aber nicht für die Funktion der Patrone.

Die Druckertankstelle, die zum Franchise-System von Refill 24 gehört, garantiert zudem, dass nur die für den jeweiligen Drucker geeignete Tinte zum Einsatz kommt. Bei beiden Ketten wird das Nachfüllen nur von extra geschulten Experten angeboten.

www.druckertankstellen.de

www.vobis.de

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