Verbraucherschutz : Zentralen fordern mehr Geld

Bei den Deutschen Verbrauchertagen beanspruchen die Verbraucherzentralen einen verbesserten Schutz für Käufer. Dazu seien mehr Beratungsstellen, mehr Geld und mehr Informationen über die Produkte nötig.

BerlinDie Verbraucherzentralen wollen ihre Beratung vor allem für Familien ausbauen. Dafür fordern sie mehr Geld. “Wir wollen mit dem heutigen Tag eine neue Offensive für Familien starten“, sagte der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen. Er will die Zahl der Beratungsstellen von bundesweit 190 auf 400 erhöhen. Dazu seien 245 Millionen Euro von Bund, Ländern, Kommunen und Unternehmen nötig. Das seien drei Euro pro Einwohner statt 70 Cent über die Förderung der Länder. Er verlangte ebenfalls mehr Informationen über Lebensmittel, mehr Spielzeug- Kontrollen, eine bessere Finanz-Aufsicht und geringere Strompreise.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte, dass die Informationen auf Produkten nicht ausreichend klar, verständlich und in lesbarer Größe vorhanden seien. Sie bemängelte die vielen englischen Begriffe auf Bahnhöfen, in Einkaufszentren und im Internet. Dies sei vor allem für Senioren ein Problem. Sie forderte die Unternehmen auf, Verbrauchern etwa bei Reklamationen die nötigen Rechte einzuräumen. Mehr Verbraucherschutz sorge für hohe Marktchancen.

Sie beklagte weiter die drastisch gesunkenen Milchpreise. Im Augenblick seien "viele unfaire Preise im Spiel", sagte sie. Die Frage, was ein fairer Preis sei, sei allerdings schwierig zu beantworten. Seit mehr als einem Jahr fordern Milchbauern höhere Preise. Durch den Handel sind Milch und Milchprodukte deutlich verbilligt worden. Zahlreiche Milchbäuerinnen protestieren seit Montag vor dem Kanzleramt gegen die Talfahrt der Preise. Sie warten auf ein Gespräch mit Merkel. (aku/dpa)