Verdacht auf Prozessbetrug : Neue Ermittlungen gegen Boris Becker

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt erneut gegen Boris Becker. Der Ex-Tennisprofi steht im Fall des Internetportals Sportgate im Verdacht des versuchten Prozessbetrugs. Sportgate hatte 2001 vorübergehend Insolvenz angemeldet.

Boris Becker Foto: ddp
Boris Becker muss wieder vor Gericht. Es geht um Glaubhaftigkeit und viel Geld. -Foto: ddp

MünchenIn den aktuellen Ermittlungen gehe es darum, ob Becker unter Vorspiegelung falscher Tatsachen versucht hat, die Zahlung von 1,5 Millionen Euro an die im Juni 2001 von Insolvenz bedrohte Sportgate zu vermeiden. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus" vorab aus seiner neuen Ausgabe unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft München.

Becker war im vergangenen August wegen der Sportgate-Pleite zu Schadenersatz von rund 114.000 Euro verurteilt worden. Das Oberlandesgericht München hatte damit eine von dem Insolvenzverwalter eingereichte Klage gegen Becker auf Zahlung von 1,5 Millionen Euro zurückgewiesen. Die Sportgate AG war im Sommer 2000 mit der Unterstützung von viel Prominenz an den Start gegangen und von Pixelpark-Chef Paulus Neef entwickelt worden. In einem Washingtoner Hotel hatte sich Becker dann gegenüber Neef schriftlich verpflichtet, mit den später vom Insolvenzverwalter geforderten 1,5 Millionen Euro für den Fall einer Pleite einzustehen. Nach Auffassung des OLG ist diese Verpflichtung jedoch hinfällig, weil sich die Gesellschafter im November 2000 auf eine Vereinbarung geeinigt hatten, die sämtliche vorherigen Absprachen aufhob.

2003 wurde die Sportgate AG durch Aufkauf vor dem endgültigen Aus gerettet. Das Portal besteht seitdem unter Leitung neuer Gesellschafter. (cp/afp)