Verdienstorden : Köhler würdigt ehrenamtliches Engagement

Zum Tag der Einheit hat Bundespräsident Köhler 50 Bürgern den Verdienstorden der Bundesrepublik verliehen. Darunter sind etwa Arbeitgeberpräsident Hundt und Astronaut Thomas Reiter.

BerlinBundespräsident Horst Köhler hat das ehrenamtliche Engagement der Bürger gewürdigt. In Deutschland gebe es viel Bürgersinn und viel Solidarität. Fast jeder dritte Deutsche sei ehrenamtlich tätig, stelle persönliche Interessen zurück und helfe seinen Mitmenschen, sagte Köhler im Berliner Schloss Bellevue, wo er aus Anlass des 17. Jahrestags der Deutschen Einheit 50 Bürger mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland auszeichnete.

"Der Staat kann Bürgersinn und Engagement nicht verordnen. Aber er kann sie fördern: Durch gute Rahmenbedingungen und durch eine Kultur der Anerkennung." Der Verdienstorden sei ein solches Zeichen des Dankes, sagte Köhler. Besonders hob er den Einsatz im Sozialbereich hervor. "Tiefen Respekt habe ich vor denjenigen, die die schwere Aufgabe der Pflege schwerkranker und sterbender Menschen auf sich nehmen." Auch freue er sich, dass es für immer mehr Unternehmer eine Selbstverständlichkeit geworden sei, zusätzlich gesellschaftliche Verantwortung zu übernähmen - als Mäzene und Stifter, durch die Freistellung von Mitarbeitern für gemeinnützige Zwecke.

Höchste Anerkennung der Bundesrepublik

Unter den Geehrten war auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Er habe sich vielfach für die Förderung des Führungskräftenachwuchses und die Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft eingesetzt. Ausgezeichnet wurden ferner die Vorsitzende der Deutschen Welthungerhilfe, Ingeborg Schäuble, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Wolfgang Huber, der Astronaut Thomas Reiter, der Grafiker und Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck und der Musikproduzent und Gründer von ECM Records, Manfred Eicher. Ebenso ehrte der Bundespräsident den erfolgreichen Drehbuchautor der ehemaligen DDR, Wolfgang Kohlhaase, für dessen kritische Reflexion von Geschichte und Gegenwart Deutschlands.

Der Verdienstorden wurde 1951 von Bundespräsident Theodor Heuss gestiftet. Er ist die höchste Anerkennung der Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl. Jeder kann die Verleihung des Verdienstordens an einen anderen anregen. Die letzte Entscheidung hat der Bundespräsident. Bisher wurde der in acht Stufen verliehene Verdienstorden etwa 210.000 Mal vergeben. Meist werden die Auszeichnungen von Bundesministerin oder Vertretern der Länder und Kommunen ausgehändigt. Der Bundespräsident überreicht die Orden nur in wenigen Fällen persönlich. (mit dpa)