Vereinbarung : Russland und Ukraine legen Gasstreit bei

Im jüngsten Konflikt um nicht bezahlte Gasrechnungen haben Russland und die Ukraine die Schuldentilgung vertraglich geregelt. Die Ukraine soll Erdgas im Wert von 1,2 Milliarden US-Dollar an den Gasmonopolisten Gasprom abtreten.

Moskau"Wir erwarten nun, dass sich die ukrainische Regierung voll und ganz an die Vereinbarungen hält", sagte der russische Regierungschef Viktor Subkow nach einem Treffen mit seinem Amtskollegen Viktor Janukowitsch in Moskau. Insgesamt seien rund zwei Milliarden Dollar Schulden aufgelaufen. Die Restschulden würden in bar gezahlt, hieß es.

Grundsätzlich hatten sich Gasprom-Chef Alexej Miller und der ukrainische Energieminister Juri Boiko bereits in der vergangenen Woche auf die Rückzahlung aller Außenstände bis 1. November geeinigt. Das zur Schuldentilgung gedachte Gas stammt aus Speichern des russisch-ukrainischen Gashändlers RosUkrEnergo, der in der Ukraine Gas von Gasprom bereitstellt. Die erste Rate von 200 Millionen US- Dollar soll bis 22. Oktober an RosUkrEnergo überwiesen werden.

Anfang Oktober hatte Gasprom der Ukraine "Vertragsbruch" vorgeworfen. Der russische Botschafter in der Ukraine, Viktor Tschernomyrdin, kündigte in Kiew höhere Gaspreise für den Fall an, dass die prowestliche Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko nach ihrem Erfolg bei den Parlamentswahlen Regierungschefin wird. Gasprom hatte in den vergangenen Jahren mit teils kräftigen Preiserhöhungen mehrfach für Streit zwischen Kiew und Moskau gesorgt. Anfang 2006 drehte Russland der Ukraine kurzfristig das Gas ab, was auch in Westeuropa Lieferausfälle zur Folge hatte. (mit dpa)