Vereinigungsparteitag : Die Linke ist geboren

In Deutschland gibt es eine neue linke Partei: Die ostdeutsche Linkspartei und die westdeutsche WASG haben einmütig ihre historische Fusion vollzogen.

In Deutschland gibt es eine neue linke Partei: Die ostdeutsche Linkspartei und die westdeutsche Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) haben einmütig ihre historische Fusion vollzogen. Nach zweijährigen Vorbereitungen stimmten die rund 800 Delegierten des Gründungsparteitags bei lediglich zwei Enthaltungen für die Verschmelzung. Sie sei die erste echte deutsch-deutsche Vereinigung nach dem Zusammenbruch der DDR, sagte Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi. Bisher habe es nur Beitritte des Ostens zum Westen gegeben.

Im Anschluss an die Fusion sollte die Doppelspitze der neuen Partei gewählt werden, die nun mit rund 72.000 Mitgliedern nach Union und SPD drittstärkste Kraft im Land ist. Als Kandidaten treten Linksparteichef Lothar Bisky und der frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine an. Insgesamt soll der Vorstand 44 Mitglieder haben.

Die Führungsspitze will mit der neuen Linken Deutschland zu einem Staat des demokratischen Sozialismus machen. Dies widerspreche dem Grundgesetz keineswegs, erklärte Gysi. Bisky sagte, die vereinte Partei werde eine Herausforderung für die Gesellschaft sein. Die Geschichte linken Denkens und Handelns werde weitergeschrieben. "Wir haben uns viel vorgenommen."