Vereinte Nationen : Sicherheitsrat beschließt Friedensmission in Darfur

Der UN-Sicherheitsrat schickt 26.000 Soldaten und Polizisten zur Friedenssicherung nach Darfur. Endet bald das "tragische Kapitel in der Geschichte Sudans", wie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon es nennt?

New YorkNach zähen Verhandlungen hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Entsendung einer Friedensmission in die sudanesische Krisenregion Darfur beschlossen. Die unter anderem von Großbritannien, Frankreich, Belgien und dem Kongo eingebrachte Resolution 1769 wurde einstimmig verabschiedet. Im Rahmen der Mission Unamid sollen 26.000 Soldaten und Polizisten der Uno und der Afrikanischen Union (AU) in die Region entsandt werden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte die Entschließung als "historisch". Washington drohte der Regierung in Khartum mit Sanktionen, sollte sie der Resolution zuwider handeln.

Die Mission Unamid soll die derzeit in Darfur stationierten 7000 AU-Soldaten ablösen, die wegen mangelnder Finanzierung und Ausrüstung der Lage in dem Bürgerkriegsgebiet nicht gewachsen sind. Die Resolution erlaubt der Truppe, zum Schutz ihres Personals und zur Gewährleistung der Sicherheit von Hilfsorganisationen "die nötigen Maßnahmen" einzuleiten, das heißt, gegebenenfalls auch Gewalt anzuwenden. Verzichtet wurde auf den ursprünglichen Plan, die Friedensmission zur Suche nach Waffen in Darfur zu ermächtigen. In der Resolution werden die Regierung in Khartum und die Rebellen zu einem Waffenstillstand und zur Teilnahme an Friedensverhandlungen unter der Leitung von Uno und AU aufgerufen.

Washington droht Sudan

Ban sagte, mit der Entschließung der 15 Mitglieder des höchsten UN-Gremiums sei ein klares Signal für die Entschlossenheit der Vereinten Nationen gesandt worden, das Leben der Menschen in der Krisenregion zu verbessern und "dieses tragische Kapitel in der Geschichte Sudans zu schließen". Der britische UN-Botschafter Emyr Jones Parry betonte, die Parteien müssten sich nun darauf konzentrieren, "eine politische Lösung" im Streit zwischen Khartum und den Rebellen in Darfur zu finden. Vor allem die Veto-Macht China, ein enger Verbündeter Sudans, hatte im Vorfeld gegen Teile des Resolutionstextes Bedenken geäußert.

Der sudanesische UN-Botschafter Abdalmahmood Abdalhaleem Mohamad sagte vor Journalisten, er sei mit der Entschließung nicht in allen Einzelheiten zufrieden, könne aber damit leben. Washington drohte dem Sudan mit "unilateralen und multilateralen" Sanktionen, sollte das Land gegen die Resolution verstoßen.

In Darfur kämpfen seit Februar 2003 schwarzafrikanische Rebellen gegen regierungstreue arabische Reitermilizen. Nach UN-Schätzungen starben seither rund 200.000 Menschen in dem Bürgerkrieg, etwa 2,1 Millionen mussten fliehen. Sudans Präsident Omar el Beschir hatte der Unamid-Mission im Juni zugestimmt. Der zwei Milliarden Dollar teure Einsatz soll voraussichtlich frühestens Anfang kommenden Jahres beginnen. (mit AFP)