Der Tagesspiegel : Verfahren gegen Mutter eingeleitet

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Fürstenwalde – Die beiden Kleinkinder aus Fürstenwalde, die am Sonntag wegen des Verdachts der Verwahrlosung ins Krankenhaus gekommen sind, wurden wieder ihrer 20jährigen Mutter übergeben. „Die Untersuchung ergab, dass sie zwar nicht in einem optimalen Zustand, aber auch nicht verwahrlost sind“, sagte die Landkreissprecherin Evelyn Reich. „Die Ärzte haben keine Unterernährung festgestellt. Eine medizinische Behandlung ist auch nicht nötig.“ Ein Justizsprecher bestätigte, dass gegen die Mutter ein Verfahren wegen der Verletzung der Aufsichts- und Erziehungspflicht sowie des Verdachtes der Misshandlung von Schutzbefohlenen eingeleitet wurde.

Eine Nachbarin hatte, wie berichtet, die Polizei gerufen, und darauf hingewiesen, dass die beiden Jungen (drei Jahre und 18 Monate) allein in der vermüllten Wohnung seien. Die Nachbarin schloss den Beamten die Wohnung auf, wo diese die „schlafenden Kinder in ihren Exkrementen und im verschimmelten Bett“ fanden, sagte ein Polizeisprecher.

Evelyn Reich sieht „die Situation nicht ganz so dramatisch, wie sie dargestellt wird“. Zwar sei auch die Wohnung in keinem „optimalen Zustand“ gewesen, „doch dass die Kinder länger alleine waren und somit die Windeln voll waren, ist natürlich zu beanstanden“. Doch das Jugendamt sieht keinen Grund, der Frau die Kinder wegzunehmen. „Sie hat ihre Wohnung in Ordnung gebracht“, sagte Reich. Die Mutter, die derzeit eine berufsvorbereitende Ausbildung macht, bekäme nun regelmäßig einen Familienhelfer zur Seite gestellt. tabu

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