Der Tagesspiegel : Verhängnisvoller letzter Segeltörn

Zwei Berliner werden vermisst: Ihr Boot kenterte im Templiner See

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Caputh. Mit Tauchern, Hunden und Hubschraubern suchte die Polizei bis Sonntagabend in und um den Templiner See nach zwei vermissten Berlinern. Die beiden Männer, 21 und 22 Jahre alt, waren am Sonnabend segeln gegangen. Gut anderthalb Stunden später wurde ihr gekentertes Boot entdeckt. Von den Seglern fehlte jedoch auch bis Sonntagabend noch jede Spur. Die Polizei hatte wenig Hoffnung, die Männer noch lebend zu finden. Die Wassertemperatur betrug nur um die sieben Grad. Gegen 18 Uhr wurde die Suche vorerst eingestellt. Sie soll heute wieder aufgenommen werden.

Die Vermissten waren am Sonnabend mit ihrem kleinen Boot losgezogen - zum letzten Segeltörn der Saison. Anschließend sollte das Boot ins Winterlager. Es gehört einem 21-Jährigen aus Lichterfelde, der es am Templiner See liegen hatte. Sein Freund ist ein 22-Jähriger aus Schöneberg. Sie starteten gegen 14 Uhr, rund eine Stunde danach wurde das Boot noch segelnd beobachtet. Etwa 40 Minuten später sah es ein Zeuge kieloben in einer Bucht nahe dem Templiner Strandbad. Warum das Boot kenterte, ist ungeklärt. Es habe keine Böen gegeben, die es umgeworfen haben könnten, sagte ein Polizeibeamter. Der Mast steckte im Schlick am Boden des dort vier bis fünf Meter tiefen Sees. Warum die beiden Männer offenbar keine Schwimmwesten trugen, ist ebenfalls unklar.

Mehrere Dutzend Polizei- und Feuerwehrbeamte durchsuchten am Sonnabend und Sonntag den gesamten Templiner See. Auch Spezialhunde des Roten Kreuzes wurden eingesetzt. Die Tiere können mit ihren feinen Nasen selbst durch meterdicke Wasserschichten den Geruch eines Menschen erkennen. Spezialfahrzeuge mit Stromgeneratoren und Hubschrauber mit starken Scheinwerfern gaben den Suchkräften Licht. Am Sonnabend war die Suche um Mitternacht eingestellt und am Sonntag um sieben Uhr früh wieder aufgenommen worden.

Ob die beiden Männer jemals gefunden werden, ist ungewiss. Im Dezember 1998 waren auf dem Rheinsberger See zwei 25 und 31 Jahre alte Männer verschwunden. Sie waren mit einem Faltboot unterwegs. Das aufgeschlitzte Boot mit den Rucksäcken der beiden aus Berlin und Sachsen stammenden Männer wurde im Januar 1999 entdeckt. Die Leichen der beiden Vermissten wurden bis heute – fast fünf Jahre nach ihrem mysteriösen Verschwinden – nicht gefunden.weso

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