Verkehr : Bahn erhöht Preise um 2,9 Prozent

Die Deutsche Bahn hat eine Preiserhöhung zum 9. Dezember angekündigt. Als Gründe nennt sie gestiegene Personalkosten aufgrund der jüngsten Tarifabschlüsse sowie höhere Energiepreise.

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Im Dezember werden die Bahnpreise erneut erhöht. -Foto: ddp

Berlin/Frankfurt/MainBahnfahren wird Ende des Jahres erneut deutlich teurer. Reisende in der zweiten Klasse müssen ab dem 9. Dezember im Schnitt 2,9 Prozent mehr bezahlen, wie die Deutsche Bahn heute mitteilte. Die Preise für die Bahncard steigen im Durchschnitt um 3,8 Prozent. Außerdem werden einige Länder-Tickets und das Schöne-Wochenende-Ticket teurer. Die Bahn begründete die Preissteigerung mit erhöhtem Personalaufwand sowie steigenden Energiepreisen. Die Mehrkosten durch die Streiks in diesem Jahr würden dagegen nicht an die Kunden weitergegeben, versicherte die Bahn. Das Unternehmen legte heute der Lokführergewerkschaft GDL ein neues Verhandlungsangebot vor.
  
Die Preiserhöhung von 2,9 Prozent gilt sowohl für den Fern- als auch für den Regionalverkehr. Auf einigen Strecken fallen die Erhöhungen drastischer aus als auf anderen. Eine Fahrt mit dem ICE von Frankfurt nach München kostet in der zweiten Klasse statt 81 Euro bald 85 Euro. Das entspricht einer Steigerung von 4,9 Prozent. Die Strecke Berlin-Hamburg kostet statt 62 Euro ab Dezember 65 Euro, also 4,8 Prozent mehr. Auch Reisen in der ersten Klasse werden teurer. Eine Fahrt in der ersten Klasse ist ab 9. Dezember 1,6 Mal so teuer wie in der zweiten. Bislang waren die Erste-Klasse-Tickets nur 1,57-mal so teuer.
  
Auch für die Bahncard müssen die Reisenden mehr bezahlen. Die Bahncard 25, die eine Ermäßigung von 25 Prozent auf den Normalpreis gewährt, kostet bald 55 statt 53 Euro. Die Bahncard 50, mit der der Ticketpreis halbiert werden kann, kostet statt 212 dann 220 Euro, im ermäßigten Tarif 110 statt 106 Euro. Die Bahn kündigte aber an, mit den beiden Bahncards gebe es ab Dezember einen Rabatt von 25 Prozent bei Bahnreisen in 29 europäische Länder.
 
Auch Länder-Tickets werden teurer

Ab Dezember werden auch einige Länder-Tickets teurer. So kostet das Schöne-Wochenende-Ticket und das Rheinland-Pfalz/Saarland-Ticket dann statt 33 Euro 35 Euro. Die Preise einiger anderer Ländertickets erhöhen sich um einen Euro. Auch für Reservierungen müssen Bahnkunden mehr bezahlen. In der zweiten Klasse steigt der Preis im Internet und an Automaten um 50 Cent auf zwei Euro, an Schaltern auf 4 Euro. Die Preise in der ersten Klasse steigen auf drei Euro im Internet und fünf Euro am Schalter. Zuletzt hatte die Deutsche Bahn die Preise zum Jahresbeginn um durchschnittlich 5,6 Prozent im Fernverkehr erhöht, im Nahverkehr um 3,9 Prozent. Damals hatte das Unternehmen den Schritt mit der höheren Mehrwertsteuer und ebenfalls mit gestiegenen Energiekosten begründet.
  
Die Bahn begründete die zweite Preissteigerung in diesem Jahr mit einem höheren Personalaufwand ab 2008 sowie gestiegenen Energiepreisen. Durch die neue Tarifvereinbarung erhöhten sich die Personalkosten allein im Personenverkehr um 100 Millionen Eur pro Jahr, erklärte die Bahn. Durch die Preissteigerung erhofft sich die Bahn Mehreinnahmen von 60 Millionen Euro, der Rest müsse "im Unternehmen gegenkompensiert werden", sagte ein Sprecher. Die durch die Streiks entstandenen Kosten seien im Personalaufwand aber nicht enthalten. "Diese werden nicht an die Kunden weitergegeben", sagte der Sprecher.
  
Im Tarifstreit mit der Lokführergewerkschaft GDL unterbreitete die Bahn heute ein neues Angebot. Wie Personalvorstand Margret  Suckale erklärte, biete das Unternehmen für Überstunden eine Lohnerhöhung von 2,5 Prozent an. Bisher arbeiten die Lokführer meist 40 Stunden statt der tariflich vereinbarten 39 Stunden. Diese Überstunde wird laut Bahn meist auf einem Langzeitkonto gutgeschrieben und oft nicht ausbezahlt. Die Lohnerhöhung gebe es zusätzlich zu der bereits mit den beiden anderen Gewerkschaften Transnet und GDBA abgeschlossenen 4,5-prozentigen Lohnerhöhung, sagte Suckale. (mit AFP)