Verkehr : Bahn will Informationen verbessern

Streit um Service auf Bahnhöfen geht weiter

Klaus Kurpjuweit

Berlin/Potsdam - Völlig unterschiedlich lässt sich der Zustand auf den Brandenburger Bahnhöfen bewerten: Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) sieht eine „Servicewüste“, die Bahn dagegen verweist auf Umfragen unter Kunden, wonach die Brandenburger Stationen in der „Zufriedenheitsstudie“ bundesweit auf dem zweiten Platz lägen. Die Vorwürfe des VBB seien ungerechtfertigt, sagte jetzt Uwe Marxen, der Leiter des Regionalbereichs Ost für den Bereich Station & Service bei der Bahn AG. Die Bahn „übererfülle“ zum Teil sogar ihre selbst aufgestellten Vorgaben.

Hier setzt die Kritik des VBB an. Die von der Bahn festgelegten Kriterien für die über 300 Stationen in Brandenburg seien mit niemandem abgestimmt, bemängelte VBB-Sprecher Matthias Stoffregen. Die Bahn hat die meisten Stationen in die Kategorie mit dem geringsten Standard eingestuft. 234 Bahnhöfe und Haltepunkte benötigten demnach unter anderem keine Bahnhofsuhr, keine Sitzgelegenheit, keinen Wetterschutz und auch keine Zuganzeiger oder Lautsprecheranlagen für Durchsagen. Servicepersonal gibt es sogar nur noch auf vier Bahnhöfen: in Potsdam, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Schönefeld.

Vor allem Informationen bei Verspätungen oder Zugausfällen seien auf jeder Station notwendig, forderte Stoffregen. Zusätzliche Informationen will sich die Bahn aber bezahlen lassen. So würde sie nach Angaben von Marxen auch auf kleinen Stationen elektronische Anlagen installieren, die aktuelle Hinweise liefern sollen. An den Kosten müsste sich aber das Land beteiligen, forderte Marxen. Die Bahn selbst stecke jährlich zusammen mit dem Land rund 15 Millionen Euro in die Brandenburger Bahnhöfe. Davon seien allein 4,5 Millionen Euro erforderlich, um Vandalismusschäden zu beseitigen.

Pannen seien nicht ganz zu vermeiden, sagte Marxen weiter. So gab es auf dem Bahnhof Berlin-Wannsee wochenlang keine aktuellen Zugzielanzeigen, weil es Lieferprobleme bei der neuen Anlage gegeben habe. Klaus Kurpjuweit

0 Kommentare

Neuester Kommentar