Verkehr : Radeln auf Sternen

Neun von 14 zertifizierten Radwegen des Deutschen Fahrrad-Clubs liegen in Brandenburg.

Claus-Dieter Steyer
Radweg
Ausgezeichnet: Der Oder-Neiße-Radweg. -Foto: Claus-Dieter Steyer

Cottbus - Was bei Hotels und Restaurants gut funktioniert, gibt es jetzt auch für Freizeitradler: die Bewertung der Streckenangebote nach Sternen. So kann sich der Ausflügler die schönsten Routen für Tagestouren oder auf längere Reisen aussuchen. Dabei kommt er am Land Brandenburg kaum vorbei – liegen doch hier gleich neun der vom Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) insgesamt 14 zertifizierten Radwege. „Die hiesigen Tourismusverbände waren ganz fix mit ihrer Bewerbung“, sagte ADFC-Projektmanager Wolfgang Richter bei der Auszeichnung in Cottbus. „Die Qualität der Wege kann sich hier aber auch wirklich sehen lassen, auch wenn es noch keine fünf Sterne gibt.“ Von den rund 200 überregionalen Fernrouten in Deutschland glänzt bislang nur eine mit der höchsten Auszeichnung – der Main-Radweg entlang der Weinberge.

Die Prüfer des Fahrradclubs bewerten vor allem die Qualität und die Breite der Oberfläche, die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, die Beschilderung, die Attraktivität der Routenführung, die Zahl von Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten und nicht zuletzt das Kartenmaterial. Brandenburgs Spitzenreiter liegen im Osten und im Süden: Mit vier Sternen schmücken sich die Oder-Spree- Tour zwischen Erkner, Bad Saarow, Eisenhüttenstadt und Beeskow, der Oderbruchbahnradweg auf den Dämmen der alten Eisenbahnstrecke zwischen Wriezen, Seelow und Fürstenwalde sowie der Fürst- Pückler-Weg durch das neue Seenland im früheren Lausitzer Tagebaugebiet.

Drei Sterne erhielten der überregional zu den beliebtesten Strecken zählende Oder-Neiße-Radweg entlang der deutsch-polnischen Grenze, der Spreeradweg zwischen der Quelle in der Oberlausitz und Berlin, der Radweg Berlin-Kopenhagen durch die Zehdenicker Tonstichlandschaft und das Ruppiner Land, der Dahme-Radweg durch das südliche Berliner Umland, die Bischofstour in der Prignitz zwischen Havelberg und Wittstock sowie die neue Tour „Kohle, Wind und Wasser“ durch den Elbe-Elster-Kreis mit Bad Liebenwerda und Elsterwerda.

Wer hier seinen Favoriten vermisst, muss ein wichtiges Kriterium des ADFC berücksichtigen: Getestet wird jeweils der gesamte Weg, der oft durch mehrere Bundesländer führt. „Brandenburg allein würde noch viel mehr prämierte Strecken aufweisen und manchmal noch höher bewertet werden“, meinte Richter, „aber vor allem Abschnitte in Mecklenburg-Vorpommern sind teilweise nicht zumutbar.“ Daher sei auch der Radweg Berlin-Usedom nicht in die engere Wahl gekommen und der Oder- Neiße-Radweg nur mit drei Sternen bewertet worden.

Erfahrungsgemäß werden die zertifizierten Strecken überproportional von Radtouristen genutzt, die täglich im Schnitt 60 Kilometer zurücklegen und überwiegend Strecken für sechs Tage suchen. Da bietet Brandenburg mit 4 500 Kilometern Radwegen viele Möglichkeiten – oft mit Gepäcktransport zwischen den Unterkünften. Claus-Dieter Steyer

Infos unter www.radeln-in-brandenburg.de und Telefon 0331-2004747

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