Der Tagesspiegel : Verkehrsstatistik: Autobahnen erneuert - Unfallzahlen gestiegen

Bei Verkehrsunfällen im Bereich des Polizeipräsidiums Potsdam kommen immer weniger Menschen ums Leben. Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Verkehrstoten um 6,5 Prozent auf 130 zurück, wie der Leitende Polizeidirektor Peter Schultheiß am Mittwoch in Potsdam mitteilte. Die Zahl der Verletzten reduzierte sich um 1,4 Prozent auf 5400, die Gesamtzahl der Unfälle um rund zwei Prozent auf 30 200. Damit habe sich die seit 1996 rückläufige Unfallentwicklung fortgesetzt. Probleme gab es aber auf den erneuerten Autobahnstrecken.

Entwarnung könne nicht gegeben werden, betonte Schultheiß. Da sich gezeigt habe, dass die Zahl der Unfälle mit wachsendem Überwachungsdruck sinke, werde die Polizei ihre Kontrollen weiter verstärken. Die meisten Unfälle ereigneten sich innerhalb geschlossener Ortschaften, die folgenschwersten aber außerhalb. Nach Angaben des Polizei-Verkehrsdezernenten Bernd Friederici geschahen 13 Prozent aller Unfälle auf dem 260 Kilometer langen Autobahnnetz im Präsidiumsbereich. Als besonders problematisch hätten sich die A2 und A9 erwiesen. Dort kletterten die Unfallzahlen um 22,8 Prozent (A2) und 6,7 Prozent (A9).

Analysen hätten gezeigt, dass nach dem sechsspurigen Ausbau der Strecken und der damit freigegebenen Geschwindigkeiten "normalerweise harmlose Fahrfehler" zu "schwerwiegenden Personenschäden" geführt hätten. Die Polizei hoffe, durch das Aufstellen von Richtgeschwindigkeitsschildern sowie verstärkte Kontrollen dem Trend entgegenwirken zu können.

Einen Negativrekord brachen im vergangenen Jahr die Gurtmuffel unter den Autofahrern im Präsidiumsbereich. Ihre Zahl liege über Vergleichswerten anderer Bundesländer und sei noch dazu im vergangenen Jahr weiter leicht angestiegen, betonte Schultheiß. "Hier müssen wir nachbessern", mahnte der Polizeidirektor. Nahezu die Hälfte aller Unfalltoten waren der Polizeibilanz zufolge nicht angeschnallt.

Als "wenig zufriedenstellend" bezeichnete der Polizeidirektor auch die Zunahme von Geschwindigkeitsüberschreitungen. Diese habe sich 2000 im Vergleich zum Vorjahr um 100 000 auf rund 451 000 erhöht. Durch Alkohol am Steuer verursachte Unfälle nahmen leicht um rund 0,4 Prozent auf 772 zu. Problematisch blieb die Gefährdung junger Fahrer. Jeder zehnte Verkehrsunfall wurde nach Polizeiangaben durch 18- bis 21-jährige Fahrer verursacht. Ihr Anteil an schuldhaft verursachten Unfällen sei damit doppelt so hoch wie ihr Anteil an der Bevölkerung. Der Gruppe solle daher auch künftig das "Hauptaugenmerk der Verkehrsprävention" gelten.

Durch die Verkehrsunfälle im Präsidiumsbereich entstand nach Angaben der Polizei im vergangenen Jahr ein volkswirtschaftlicher Schaden von zirka 725 Millionen Mark.

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