Verletzter Kapitän : Ballack bei leichtem Training am Finaltag nicht dabei

Kann er spielen oder nicht? Die Nachrichten über den Gesundheitszustand von Michael Ballack sind spärlich am Finaltag. Nach Informationen der ARD konnte Ballack bei einem leichten Training am Mittag, dem so genannten Anschwitzen nicht dabeisein.

Der deutsche Mannschaftskapitän hat seit Freitagabend wegen einer Verhärtung in der rechten Wade nicht mehr trainiert. Ob Ballack im Finale heute gegen Spanien (20.45 Uhr/live in der ARD) auflaufen kann, blieb am Sonntagmittag weiterhin ungewiss.

Die Entscheidung, ob Ballack eingesetzt werden kann, sei noch nicht gefallen, sagte DFB-Mediendirektor Harald Stenger am Sonntagmittag. "Es ist weiterhin völlig offen. Die Entscheidung fällt kurzfristig vor dem Spiel", sagte Stenger.

Ballack wird nach Angaben von Bundestrainer Joachim Löw seit dem Auftreten der muskulären Probleme in der rechten Wade "rund um die Uhr" behandelt. "Es gibt schon die Hoffnung, dass er spielen kann, auch wenn sie nicht sehr groß ist", hatte Löw am Samstagabend bei der letzten Pressekonferenz nach dem Abschlusstraining erklärt, an dem Ballack nicht teilgenommen hatte.

Am Sonntag wollte der DFB nicht einmal mehr mitteilen, ob Ballack beim letzten Aufgalopp der DFB-Auswahl am Spieltag teilgenommen hatte. "Es gibt keine Kommentierung von uns, wer beim Anschwitzen dabei war", sagte Stenger.

Löw hat aber bereits einen personellen Notplan entworfen für den Fall, dass Ballack tatsächlich gegen Spanien passen muss. "Tim Borowski und Bastian Schweinsteiger können diese Position spielen", verriet der Bundestrainer.

Für Ballack wäre es bereits das zweite große Finale nach der 0:2-Niederlage gegen Brasilien bei der Weltmeisterschaft 2002, das er verpassen würde. Vor sechs Jahren musste er in Yokohama eine Gelb-Sperre abbrummen.

Beim Eröffnungsspiel der WM 2006 in Deutschland gegen Costa Rica fehlte Ballack ebenfalls - damals wie heute war es die Wade. (Tsp/dpa)